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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Maria Lichtmess, der vergessene Feiertag – das steckt dahinter
Kultur

Maria Lichtmess, der vergessene Feiertag – das steckt dahinter

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 2. Februar 2026 09:48
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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In manchen Kalendern steht der 2. Februar als Feiertag noch drin: Mariä Lichtmess. Doch der Tag spielt selbst im Alltag von sehr traditionellen Christen kaum eine Rolle mehr. Dabei war der Tag bis ins Jahr 1912 sogar ein gesetzlicher Feiertag. Das lag aber nicht an seiner theologischen Bedeutung, sondern daran, dass an Lichtmess „Dienstbotenwechsel“ war, sprich: Mit der deutlichen Rückkehr des Tageslichts begann in der bäuerlich geprägten Kultur das Wirtschaftsjahr.

Inhaltsübersicht
Lange Zeit war Lichtmess das Ende der WeihnachtszeitLicht, Kerzen, Frühling

Lange Zeit war Lichtmess das Ende der Weihnachtszeit

Ganz vergessen ist der Tag jedoch nicht. Noch heute wird an vielen Orten in den beiden christlichen Kirchen Mariä Lichtmess am Abend vor dem 2. Februar mit einem Gottesdienst gefeiert. In katholischen Pfarreien werden die Kerzen für das kommende Jahr gesegnet. Wie bei den meisten christlichen Feiertagen ist auch hier mit dem Tag eine bestimmte biblische Geschichte verbunden. An Mariä Lichtmess wird an den alten jüdischen Ritus der „Darstellung“ eines Kindes im Tempel gedacht.

Lukas erzählt davon, dass Maria gemäß der jüdischen Tradition 40 Tage nach der Geburt Jesu in den Tempel brachte, um ihn dem Herrn „darzustellen“, also zu weihen. Daher wird Lichtmess auch „Darstellung des Herrn“ genannt. Lange Zeit markierte Mariä Lichtmess auch das Ende der Weihnachtszeit. Das wurde allerdings auch in er katholischen Kirche schon bei der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils in den 1960er verändert, die Weihnachtszeit endet seither offiziell der Sonntag nach Heiligdreikönig. Dennoch lassen manche Familien bis heute den Christbaum bis Lichtmess stehen.

Der Tag markiert auch die Mitte zwischen Wintersonnenwende und Frühjahrstagundnachtgleiche. Ab Lichtmess werden die Tage spürbar länger. Das Licht spielte daher über Jahrhunderte eine große Rolle im Brauchtum.

Licht, Kerzen, Frühling

Der Ursprung von Lichtmess geht auf das 5. Jahrhundert zurück. In Rom führte die Kirche den Feiertag um das Jahr 650 ein. Im 11. Jahrhundert kam der Brauch der Kerzensegnung und der Lichterprozessionen auf. Doch schon für die Kelten war „Imbolc“ wie der 1. Februar genannt wird, ein Wendetag. Anfang Februar zelebrierten sie den Übergang vom Winter zum Frühling und die Wiederkehr des Lichts und der Natur.

Besonders für die Landwirtschaft war Lichtmess über Jahrhunderte ein wichtiger Tag. Dienstboten erhielten an dem Tag traditionell ihren Jahreslohn in Form von Geld und Naturalien. Sie konnten sich bei ihrem Dienstherrn neu verpflichten oder zu einem anderen Arbeitgeber wechseln. Für die Bauern endete mit Lichtmess die Winterpause. Auf dem Land wird Mariä Lichtmess bis heute das „bäuerliche Neujahr“ genannt. Gerade mit Bezug auf die Landwirtschaft gibt es viele Volksbräuche und Bauernregeln, die Bezug auf Lichtmess nehmen. Dass Lichtmess heute zunehmend an Bedeutung verliert und aus dem Alltag fast verschwunden ist, hängt auch mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft zusammen.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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