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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Verdacht auf Giftstoff in Babynahrung: Das müssen Sie wissen
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Verdacht auf Giftstoff in Babynahrung: Das müssen Sie wissen

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 4. Februar 2026 08:47
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Nach Nestlé haben auch die französischen Hersteller Danone und Lactalis mehrere Chargen an Babynahrung zurückgerufen. Grund dafür ist Cereulid, ein Gift, das von bestimmten Bakterien der Bacillus-cereus-Gruppe gebildet wird.

Inhaltsübersicht
Substanz aus China unter VerdachtProblem ist nicht das Bakterium, sondern ein ToxinBesonders für Säuglinge ist Cereulid gefährlichNeue EU-Richtwerte nach weltweiten Rückrufen

Substanz aus China unter Verdacht

Dabei besteht der Verdacht, dass eine in China hergestellte Substanz mit den Bakterien verunreinigt sein könnte. Es geht um Arachidonsäure, die häufig in Milchpulver enthalten ist und für Säuglinge sehr wichtig für die Entwicklung des Gehirns ist.

Der verunreinigte Inhaltsstoff in den Babymilchpulvern soll aus der Firma Cabio Biotech in der Stadt Wuhan stammen, teilten französische Hersteller mit. Inwiefern dort tatsächlich eine Ursache für die Verunreinigungen liegen kann, wird derzeit untersucht. Cabio Biotech gilt als einer der weltweit größten Produzenten von Arachidonsäure.

Problem ist nicht das Bakterium, sondern ein Toxin

Die Bakterien der Bacillus-cereus-Gruppe kommen in vielen Lebensmitteln vor und sind erstmal unproblematisch. „Das Problem ist weniger das Bakterium an sich als seine Fähigkeit, unter bestimmten Bedingungen ein Gift – das hitzestabile Toxin Cereulid – zu bilden“, erklärt die Verbraucherschutzzentrale Bayern.

Denn die Sporen der Bakterien können durch Erhitzen nicht sicher abgetötet werden. So kann sich der Giftstoff Cereulid bilden. Besonders gute Bedingungen entstehen für das Gift etwa bei der Herstellung oder Lagerung von Milchpulver.

Besonders für Säuglinge ist Cereulid gefährlich

Zu viel Cereulid kann zu Übelkeit, starkem Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen führen. Die ersten Symptome können bereits etwa 30 Minuten nach der Nahrungsaufnahme auftreten. Die meisten Fälle bei Erwachsenen verlaufen mild. Doch für Säuglinge kann es potenziell gefährlich werden, da ihr Stoffwechsel deutlich empfindlicher reagiert.

Potenziell von Cereulid betroffen sind laut Danone die folgenden Produktchargen:

  • Aptamil Pronutra Pre, 1,2kg: Mindesthaltbarkeitsdatum 19-11-2026
  • Aptamil Pronutra 1 DE, 800g: Mindesthaltbarkeitsdatum 10-11-2026
  • Aptamil Profutura Pre D, 800g: Mindesthaltbarkeitsdatum 20-04-2027

Die Verbraucherschutzzentrale rät Eltern, regelmäßig das Portal lebensmittelwarnung.de zu überprüfen. Dort werden vom Bundesamt für Verbraucherschutz alle relevanten Warnungen und Produktrückrufe für Lebensmittel aufgelistet.

Neue EU-Richtwerte nach weltweiten Rückrufen

Schon zu Beginn des Jahres hat der Lebensmittelriese Nestlé einen Rückruf von Babynahrung gestartet, nun hat die EU-Lebensmittelbehörde EFSA reagiert. Sie hat einen Richtwert für Cereulid vorgeschlagen. Eine Konzentration von mehr als 0,054 Mikrogramm pro Liter in Säuglingsnahrung oder mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgenahrung „könnten zu einer Überschreitung der Sicherheitswerte führen“, erklärte die Behörde.

Der Vorschlag der Wissenschaftler: Eine Tageshöchstdosis von 0,014 Mikrogramm Cereulid pro Kilogramm Körpergewicht sollte nicht überschritten werden. Denn bereits geringe Überschreitungen könnten kritisch sein. Das französische Landwirtschafts- und Ernährungsministerium hatte bereits am Freitag reagiert und die dortigen Grenzwerte für Cereulid halbiert.

In Frankreich werfen inzwischen acht Familien den betroffenen Unternehmen und Behörden vor, dass sie zu spät reagiert hätten. Zusammen mit der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch haben sie Klage eingereicht. Nestlé räumte ein, nach der Entdeckung von Cereulid in einigen Produkten Ende November erst am 10. Dezember die ersten Rückrufe gestartet zu haben. Damit habe sich Nestlé an die Vorschriften gehalten, erklärte das Unternehmen. 

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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