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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Warum wir nach einem Mittagsschlaf lernfähiger sind
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Warum wir nach einem Mittagsschlaf lernfähiger sind

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 5. Februar 2026 17:48
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Schon ein kurzer Mittagsschlaf „räumt“ unser Gehirn auf und wir können dadurch wieder besser neue Informationen aufnehmen und verarbeiten. Das zeigt eine jetzt im Fachmagazin „NeuroImage“ veröffentlichte Studie [externer Link].

Inhaltsübersicht
„Entrümpelung des Gehirns“ auch beim MittagsschlafDer Effekt eines Mittagsschlafs – wie die Forscher vorgingenMittagsschlaf wirkt sich nur positiv aufs Gehirn ausTipps für einen optimalen Mittagsschlaf und wer davon profitiert

„Die kurze Schlafphase, die wir gemessen haben, war tatsächlich schon effektiv, etwas schwächer als der Effekt einer ganzen Nacht, aber die kurze Schlafphase hatte auch schon relevante und auch statistisch signifikante Effekte“, erklärt Christoph Nissen, Professor für Psychiatrie am Universitätsklinikum Genf und Hauptautor der Arbeit im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Diese Erkenntnis ist neu. Denn bisher gingen Forscher davon aus, dass unser Gehirn sich nur beim Nachtschlaf erholt und unsere Lernfähigkeit steigert.

„Entrümpelung des Gehirns“ auch beim Mittagsschlaf

Bei einem Schlaf nachts – oder eben auch tagsüber, wie Wissenschaftler jetzt wissen, regeneriert sich unser Gehirn. Man könne diese Erholung auch „Entrümpelung des Gehirns“ nennen, sagt der Schlafforscher. Die relevanten Nervenverbindungen bleiben dabei erhalten, die nicht so wichtigen dagegen werden reduziert oder sogar gelöscht. Ein Prozess, der wichtig ist, damit unser Gehirn immer wieder neue Informationen aufnehmen und verarbeiten kann.

„Sie müssen es sich so vorstellen, dass wir über den Tag ja immer neue Informationen aufnehmen und immer neue Gedächtnisspuren anlegen in unserem Gehirn“, erklärt der Wissenschaftler. Das brauche viel Raum und Platz und Energie. Irgendwann so viel, dass es immer schwerer werde, neue Informationen aufzunehmen und abzuspeichern. Wenn dieser Punkt erreicht ist, sprechen Wissenschaftler von einer „Sättigung“, weil die Verbindungen der Nervenzellen, die Synapsen, ihre maximale Stärke erreicht haben und dadurch keine Informationen mehr aufnehmen können.

Der Effekt eines Mittagsschlafs – wie die Forscher vorgingen

Für ihre Studie hatten die Forscher um Christoph Nissen vom Uniklinikum Genf 20 gesunde junge Erwachsene untersucht, die an zwei Nachmittagen entweder ein Nickerchen machten oder wach blieben. Die eine Gruppe blieb eine Stunde im Bett, im Durchschnitt haben die Versuchspersonen knapp 45 Minuten davon geschlafen. Die andere Gruppe blieb wach. Am nächsten Tag war es umgekehrt. Anschließend überprüfte das Forscherteam die Synapsenstärke und deren Erregbarkeit mittels verschiedener Methoden wie die transkranielle Magnetstimulation (TMS) und EEG-Messungen.

Es zeigte sich: Bei denjenigen, die ein Nickerchen machten, war die Gesamtstärke der synaptischen Verbindungen reduziert. Es passierte also genau das, was das Gehirn regelmäßig braucht, um wieder Platz für Neues zu schaffen. Es zeigte sich, dass auch der Mittagsschlaf eine messbare regenerative Wirkung auf das Gehirn hat.

Mittagsschlaf wirkt sich nur positiv aufs Gehirn aus

Auch Anika Löwe, Postdoktorandin am Institut für Psychologie an der Universität Freiburg, kann aus ihrer eigenen Erfahrung als Forscherin bestätigen, dass ein Mittagsschlaf nur positive Wirkungen hat. Sie hat zwar nicht an der aktuellen Studie mitgearbeitet, weiß aber aus Untersuchungen [externer Link], die sie mit Kolleginnen und Kollegen durchgeführt hat, dass ein Mittagsschlaf etwa die Wahrscheinlichkeit von Geistesblitzen und das kreative Denken erhöht. Auch das Lösen von Problemen werde durch den kurzen Schlaf verbessert und Gedächtnisinhalte im Gehirn verfestigt, sagt sie.

Tipps für einen optimalen Mittagsschlaf und wer davon profitiert

Für einen optimalen Mittagsschlaf rät Anika Löwe, eher kürzer zu schlafen als zu lang. Das Entscheidende für einen effektiven Mittagsschlaf sei, nicht in einen Tiefschlaf zu fallen. „Generell ist es so, dass man, wenn man aus der Tiefschlafphase aufwacht, sich müder fühlt und mehr Schwierigkeiten hat aufzuwachen“, erklärt die Neuropsychologin. Sie empfiehlt daher, weniger als 30 Minuten zu schlafen, um nicht in einen Tiefschlaf zu fallen.

Ebenso wichtig: Der Mittagsschlaf sollte nicht zu spät am Tag sein, damit der Nachtschlaf nicht gestört wird. Auch ein kühler Raum ist dafür besser, insbesondere im Sommer.

Wer sollte einen Mittagsschlaf machen? Kinder und Jugendliche profitieren vom kurzen Schlaf besonders wegen ihres hohen Schlafbedarfs und Senioren wegen eventuell gestörtem Nachtschlaf. Generell könne aber jeder von einem kurzen Mittagsschlaf profitieren, insbesondere Menschen, die in Berufen mit hoher geistiger Belastung arbeiten, ist das Fazit von Forschern zur aktuellen Studie.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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