Marc-Uwe Kling positioniert sich klar links. Insofern ist „Die Känguru-Rebellion“ auch wieder ein „Känguru-Manifest“, durchaus mit Appell-Charakter. „Ich glaube, alle müssen noch ein bisschen politischer werden. Wenn alle ein bisschen mehr machen, dann kippt das nicht in den Faschismus. Und man darf sich eben auch nicht unter der Decke verstecken und denken, ich kann eh nichts tun, und ist das schlimm… Sondern einfach machen! Machen, machen, machen!“
Und auch: den Mund aufmachen. So wie das Känguru im neuen Buch. Als einer der Gäste in Hertas Kneipe Sympathien für die AfD bekundet, hält ihm das Beuteltier eine Standpauke, die so furios ist, dass man sie sofort auswendig lernen sollte – um sie parat zu haben, wenn man selbst rechte Parolen parieren muss.
Wir müssen alle politischer werden
Die titelgebende Rebellion geht aber noch weiter: Das Känguru rebelliert gegen die Autorschaft des Erzählers. Wozu es unter anderem das Einstiegskapitel aus dem ersten Band der Känguru-Reihe umschreibt – in die Känguru-Perspektive: „Ding Dong. Ich klingele. Nichts passiert. Es dauert ziemlich lange, dann öffnet ein verpennter Typ. „Hallo“, sage ich. Der Typ guckt noch mal nach links, nach rechts, auf die Uhr und dann wieder auf mich. Meine Herren. Was alles frei rumlaufen darf. Der hat doch ernsthaft „Kling“ auf seine Klingel geschrieben.“
Selten hat die Beschäftigung mit dem Elend der Welt so gute Laune gemacht. Für Kling ist das ganz entscheidend: „Spaß haben ist ein Wert an sich. Und ist etwas, was man bei den Faschisten nicht so sieht. Und ich finde es super wichtig, dass man auch im Kampf für die Freiheit und gegen den Faschismus Spaß hat. Weil Spaß ist ansteckend. Und die Leute wollen ja auf der Seite sein, die Spaß hat. Und nicht auf der, die immer nur rumgrummelt. Jedenfalls hoffe ich das.“
Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion. Ab 12. März im Ullstein Verlag.

