Wo lagern diese Reserven?
Die Rohölreserven lagern in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und bei Hamburg. Die Nord-West Kavernengesellschaft mbH betreibt dort mehrere unterirdische Kavernen, in denen das Öl eingelagert ist.
Eine Kaverne ist ein Salzstock, der zunächst mit Wasser befüllt ist. Da Öl leichter ist als Wasser, vermischen sich beide Flüssigkeiten nicht. Das Rohöl wird bei der Einlagerung in den Stock gepumpt und verdrängt das Wasser an die Oberfläche. Das Auslagern ist der umgekehrte Vorgang. Wasser drückt dann das Rohöl nach oben in Tanks und wird zur Weiterverarbeitung zu Raffinerien transportiert.
Welche Vorräte lagern in Feldkirchen bei München?
Neben einem Standort in Gelsenkirchen gibt es noch zwei Lager in Feldkirchen bei München. Eines wird vom österreichischen Ölkonzern OMV betrieben. In sieben Tanks wird dort Heizöl gelagert. Das EBV-Tanklager umfasst sieben Tanks, die mit Diesel und Kerosin gefüllt sind. Lieferant ist in beiden Fällen die Raffinerie in Burghausen.
Wie erfolgt die Freigabe?
Im Erdölbevorratungsverband sind alle Unternehmen organisiert, die Rohöl oder Rohölprodukte importieren oder in Deutschland produzieren. Nach der offiziell erfolgten Freigabe durch das Bundeswirtschaftsministerium kann der EBV seinen Mitgliedsfirmen das Rohöl und die Kraftstoffe anbieten.
In welchem Umfang sie davon Gebrauch machen, ist nicht zu sagen. Grundsätzlich herrscht in Deutschland kein Mangel an Rohöl. Die wichtigen Pipelines aus Norwegen und Kasachstan laufen ohne Störungen. Möglicherweise ist der Bedarf gar nicht so groß.
Sinken jetzt die Tankstellenpreise?
Eine seriöse Prognose wollte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) bisher nicht machen. Sie spricht eher von einer „dämpfenden Wirkung“. Auch Energieexperten erwarten keine unmittelbaren Effekte, solange der Krieg am Golf unvermindert geführt wird.
Eine zweite Maßnahme will das Bundeswirtschaftsministerium so schnell wie möglich per Gesetz beschließen: Künftig sollen die Spritpreise nur einmal am Tag erhöht werden. Danach dürfen sie beliebig oft sinken. Dieses Modell wird seit Jahren in Österreich praktiziert.

