In Bayern haben im vergangenen Jahr 81.852 Menschen die katholische Kirche verlassen. Das geht aus einer Statistik der Deutschen Bischofskonferenz hervor. Es sind etwas weniger als im Vorjahr: 2024 waren es 87.184 gewesen. Die Austrittszahlen sanken damit im dritten Jahr in Folge. Laut der Kirchenstatistik gehören noch rund 5,4 Millionen Menschen in Bayern der katholischen Kirche an. Das sind rund 41 Prozent der Bevölkerung.
Evangelische Kirche: mehr Austritte als zuvor
Die evangelische Landeskirche in Bayern meldet mit rund 42.000 mehr Austritte als im letzten Jahr. 2024 waren es 39.486 gewesen. Die Mitgliederzahl rutscht 2025 unter die Zwei-Millionen-Marke: So sind 1.968.531 Menschen in Bayern sind protestantisch.
Landesbischof Kopp: „Phase tiefgreifender Veränderungen“
„Die rückläufigen Mitgliederzahlen zeigen deutlich, dass sich unsere Kirche in einer Phase tiefgreifender Veränderungen befindet“, sagte Christian Kopp, Landesbischof der evangelischen Kirche in Bayern. „Das fordert uns heraus, Kirche zu profilieren und zu fragen, wie wir für die Menschen da sein können.“
Generalvikar der Erzdiözese München und Freising, Christoph Klingan, sagte, die Zahl der Kirchenaustritte „schmerzt uns, und wir bedauern es sehr“. Dennoch sei er überzeugt, dass „wir gute Angebote haben, mit denen wir für die Menschen da sein wollen, ihnen Halt und Orientierung geben können, zumal in diesen krisenhaften Zeiten“.
Der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl sagte, die sinkenden Austrittszahlen seien kein Grund zur Entwarnung, aber ein Hinweis darauf, dass die Missbrauchsaufarbeitung und damit verbundene Reformprozesse in der Kirche anerkannt würden.

