Der Iran-Krieg drückt deutlich auf die Stimmung der Verbraucher. Hauptgrund sind die stark gestiegenen Energiepreise, die in der Folge neue Ängste vor einer anziehenden Inflation schüren. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung trüben sich ein. Das vermelden das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) und der Marktforscher GfK in ihrer gemeinsam erstellten aktuellen Konsumklima-Studie.
Steigende Energiekosten schüren Inflationsängste
Mit Beginn des Iran-Kriegs hat sich die Verbraucherstimmung in Deutschland spürbar verschlechtert. Grund ist, dass die Menschen von einer schlechteren Konjunktur- und Einkommensentwicklung ausgehen, sagt Rolf Bürkl, Konsum-Experte beim NIM. Die Verbraucherinnen und Verbraucher machten sich wegen der nach oben geschnellten Preise für Sprit, Öl und Gas Sorgen. „Die Inflationsängste haben deutlich zugenommen“, sagt Bürkl.
Verbraucher pessimistisch
Eine parallel zum Konsumklima durchgeführte Studie zeigt außerdem, dass die Menschen in Deutschland nicht mit einer schnellen Lösung des Problems rechnen. 60 Prozent der Befragten seien der Meinung, „dass die Preise für Öl, Gas und Benzin dauerhaft hoch bleiben“, so Bürkl. „Das drückt natürlich auf die Verbraucherstimmung“, folgert er. Über 90 Prozent der Befragten, die eine wesentliche Verschlechterung ihrer Einkommenssituation erwarten, gingen außerdem davon aus, „dass die Welt in den kommenden Jahren infolge des Krieges unsicherer werden wird“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Sparen wegen Iran-Kriegs?
Die anderen beiden Indikatoren, die neben der Einkommenserwartung in die Ermittlung des Konsumklimas einfließen – Anschaffungsneigung und Sparneigung – zeigten sich dagegen von den Entwicklungen im Nahen Osten unbeeindruckt. „Das Thema Iran-Krieg dominiert ganz klar die Stimmungslage der Verbraucher“, so Bürkl. Andere Faktoren würden dadurch derzeit in den Hintergrund gedrängt, sagt der Konsum-Experte, etwa die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust.

