Tatort München – „wie ein altes Ehepaar“
Und während andere Formate probieren, justieren, austauschen, bleibt man in München seinem Ermittler-Duo treu. Zwar haben sich in der Zwischenzeit ihre Frisuren wieder angeglichen, aber ihre Rollen wurden mit der Zeit immer ausdifferenzierter und bieten seit Jahren wohltuende Fernseh-Beständigkeit. Kein Wort wird zu viel gesprochen. „Wie ein altes Ehepaar“ agieren die beiden, heißt es oft in den Fan-Kommentaren im Internet, und das kommt in den deutschen Wohnzimmern gut an. Über ihr Rollen-Privatleben erfahren die Zuschauenden zwar wenig in den 35 TV-Dienstjahren, aber vielleicht ist es genau das, was ihre Beliebtheit ausmacht: ein Kriminalfall, eine Ermittlung und (im besten Fall) eine Lösung.
„Servus“ nach 35 Jahren und 100 Fällen
Doch wie verabschiedet man sich nach so vielen Jahren als quasi TV-Institution? Ein dramatischer Tod? Oder dürfen sie als lebende Kommissare in Erinnerung bleiben? Es hat Tradition, dass langjährige Ermittlerinnen und Ermittler bei ihren Abgängen Wünsche fürs Drehbuch äußern dürfen, so hatten auch Nemec und Wachtveitl ihre eigenen Vorstellungen. Mit der Redaktion brüteten sie lange über die Dramatik ihres Abschieds- – Wie sie nun tatsächlich abtreten, wird sich zeigen.
In einer Szene ihrer letzten beiden Folgen „Unvergänglich 1 und 2“ besprechen sie es als Kommissare Batic und Leitmayr selbst:
„Wir könnten ja ausmachen, dass wir uns im letzten Fall nicht erschießen lassen.“ „Das wäre ja nun wirklich volles Klischee.“ Batic und Leitmayr
Und was sagen Nemec und Wachtveitl?
‚Unvergänglich‘- das war schon sehr schmeichelhaft, als wir den Titel gelesen haben. Was ist schon unvergänglich? Der Titel ist definitiv ein mutiger Fanfarenstoß!“ Nemec und Wachtveitl
Es bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, das erst in zwei spannungsgeladenen Doppel-Folgen an Ostern aufgelöst wird. Der komplexe Fall wartet mit vielen Rätseln auf, und einige alte Bekannte und Weggefährten aus über 35 Dienstjahren tauchen wieder auf. Beispielsweise Michael Fitz, der in 44 Folgen als Carlo Menzinger assistierte, oder Lisa Wagner, die Fallanalytikerin Christine Lerch (von 2014-2016), die im Präsidium vorbeikommt, um die beiden in die Rente zu verabschieden.

