Ab Samstag, 4. April, wird Marco Sproviero zur Abenddämmerung den Himmel knapp über dem Horizont absuchen. Dort, wo die Sonne gerade untergegangen ist. Ob er findet, was er sucht? Selbst Experten wie er, einer der Vorsitzenden der Beobachtergruppe Sternwarte Deutsches Museum, können es nicht mit Sicherheit sagen.
„Das ist jetzt tatsächlich das große Glücksspiel“, sagt Sproviero im BR-Interview, wenige Tage, bevor der Komet C/2026 A1 (MAPS) sich der Sonne bis auf Haaresbreite – nach astronomischen Maßstäben – annähert: bis auf etwa 162.000 Kilometer oberhalb der Sonnenoberfläche.
Komet C/2026 A1 (MAPS): Wird er in Sonnennähe zerbrechen?
Entweder, der Komet schmilzt und zerbricht aufgrund der extrem heißen Bedingungen so nah an der Sonne. „Das könnte fatal ausgehen“, ordnet Harald Krüger, Astrophysiker am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen, ein: „Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass der Komet nicht überlebt.“ Genau vorhersagen können die Wissenschaftler das nicht – dazu müssten sie die genaue Zusammensetzung des Kometen kennen.
Warum heißt der Komet C/2026 A1 (MAPS)?
Der Name des Kometen C/2026 A1 (MAPS) folgt einem festen Benennungsschema für Kometen: Das C steht für einen aperiodischen Kometen mit sehr langen Umlaufzeiten, 2026 und A1 für den Entdeckungszeitraum: die erste Januarhälfte dieses Jahres. MAPS bezeichnet das Beobachtungsprogramm, das von den vier Amateurastronomen Maury, Attard, Parrott und Signoret gegründet wurde.
Komet C/2026 A1 (MAPS): Kreutzkomet, Sonnenstreifer, Sonnenkratzer, sungrazer
Der Komet gehört zur sogenannten Kreutz-Gruppe, benannt nach dem deutschen Astronomen Heinrich Kreutz, der diese Kometengruppe zum ersten Mal beschrieben hat. Etwa 5.000 Kometen dieser Gruppe seien bekannt, sagt Krüger. Sie seien vor wahrscheinlich Tausenden von Jahren aus einem einzigen, 100 Kilometer großen Riesenkometen entstanden. Es sind sogenannte „Sonnenstreifer“ oder „Sonnenkratzer“, auf Englisch „sungrazer“, die der Sonne sehr nah kommen.

