An Ostern gibt es in vielen Gemeinden traditionelle Osterfeuer. Die Holzscheite und Zweige dafür sammeln Helfer oft schon viele Wochen vorher zusammen und schichten sie auf. Kleinen Wildtieren wie Igeln oder Vogelarten wie Rotkehlchen und Zaunkönigen erscheint das Holz und Reisig als günstiges Versteck. Auch Amphibien und Reptilien nutzen die Holzhaufen gerne als Wohnquartier – und laufen damit Gefahr, im Feuer zu verenden. Bei Igeln ist das besonders problematisch, weil sie sich bei Gefahr einrollen und abwarten, anstatt die Flucht zu ergreifen.
Das Holz so spät wie möglich aufschichten
Wie kann man die Tiere schützen? Grundsätzlich sollte mit dem Aufschichten der Reisig- oder Holzhaufen so spät wie möglich begonnen werden, empfiehlt Stefanie Bernhardt vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz.
Die Naturschützerin rät: „Wenn es schon eher aufgebaut wird, sollte man auf jeden Fall vor dem Anzünden das Holz vorsichtig auf einen neuen Haufen umschichten. Nur so können die vielen versteckten Tiere noch entkommen und gerettet werden.“
Gemeinsames Osterfeuer veranstalten
Der Standort des Feuers sollte zudem einen ausreichend großen Abstand zu Gehölzen und anderen ökologisch sensiblen Bereichen haben. Wer Wildtiere zusätzlich unterstützen will, kann Totholz im eigenen Garten zu Haufen schichten und nicht anzünden. So werden wichtige Lebensräume für Wildtiere, Insekten und Amphibien geschaffen.
Ein zentrales Oster- oder Sonnwendfeuer in der Kommune oder Nachbarschaft kann eine praktische und zugleich umweltfreundliche Alternative sein zum eigenen Feuer auf Privatgrund.
Osterfeuer in Oberbayern und Schwaben
Öffentliche Osterfeuer finden sich in fast jeder größeren Stadt in Bayern. Zum Beispiel in München, im Stadtteil Hadern, am Ostersamstag beim Haderner Bräu oder im Regierungsbezirk Schwaben, in Augsburg, in der Stephanskirche.
In der Oberpfalz zündet die Katholische Hochschulgemeinde Regensburg ein Osterfeuer an, aber das erst weit nach Ostern am 20. April.
Osterfeuer in Oberfranken und Unterfranken
Osterfeuer werden auch in Oberfranken entzündet. Dort kann man Ostersamstag in Bayreuth ein Osterfeuer besuchen im Stadtteil Destuben, in Mittelfranken dann einen Tag später, am Gründonnerstag in Gunzenhausen.
Auch in Unterfranken gibt’s in Würzburg ein Osterfeuer und einen Osterweg durch den Ringpark.

