Passagiere der Lufthansa müssen sich auf weitere Streiktage einstellen. Die Kabinengewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (Ufo) hat die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter von Lufthansa und Cityline für Mittwoch und Donnerstag zu einem zweitägigen Streik aufgerufen – und das noch vor dem Ende des bis Dienstag laufenden Pilotenstreiks. Dieser hatte bereits am Montag wieder für Hunderte Flugausfälle gesorgt und die Fronten zwischen den Verhandlungspartnern verhärtet.
Kabinenpersonal streikt ab Mittwoch
Der Ausstand des Kabinenpersonals beginne am Mittwoch um 00.01 Uhr und ende am Donnerstag kurz vor Mitternacht, teilte die Ufo am Montag mit. Bestreikt werden sollen alle Abflüge der Kernmarke Lufthansa von Frankfurt und München.
Das Kabinenpersonal hatte erst vergangene Woche für einen Tag die Arbeit niedergelegt. „Der Streik am Freitag war ein deutliches Signal“, erklärte Harry Jaeger, Leiter Tarifpolitik und Verhandlungsführer der Ufo. „Wenn der Arbeitgeber darauf nicht reagiert, wird dieses Signal zwangsläufig lauter.“
Ufo wirft Lufthansa „Hardliner-Position“ vor
Die hohe Streikbeteiligung am Freitag „hat uns sehr beeindruckt – und sie zeigt überdeutlich, dass sich die Kabine nicht für dumm verkaufen lässt“. Jaeger warf den Arbeitgebern vor, „sich in einer Hardliner-Position eingerichtet zu haben“. Die Beschäftigten wollten die Haltung der Arbeitgeber „nicht länger hinnehmen“, erklärte Jaeger. „Wenn Existenzangst konsequent auf Blockade trifft, dann wird eine weitere Zuspitzung kaum zu vermeiden sein.“
Ufo will mit dem Arbeitskampf Druck auf die Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag bei der Lufthansa ausüben, sie fordert Arbeitszeitentlastungen für die rund 18.000 Stewards und Stewardessen. Bei Cityline geht es um einen Sozialplan für die rund 800 Flugbegleiter; die Airline soll im kommenden Jahr eingestellt werden.
Warnung an die Gewerkschaften
Personalvorstand Michael Niggemann warnte die Spartengewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Ufo, ihren Konfrontationskurs fortzusetzen. Mit Blick auf die entstehenden Kosten betonte der Manager: „Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft.“
Er begründete erneut den harten Kurs des Managements. Die Kerngesellschaft „Lufthansa Classic“ sei heute schon auf vielen Strecken nicht mehr wettbewerbsfähig, so dass man die Kosten nicht noch weiter erhöhen könne. Für den Lufthansa-Konzern sei klar, dass Flugzeuge nur dort eingesetzt werden könnten, wo sie profitabel fliegen. Aus diesem Grund würden Gesellschaften außerhalb der Kernmarke wie die neue Tochter Lufthansa City Airlines wachsen – auf Kosten der Kerngesellschaft. „Diese Streiks werden unsere Strategie nicht beeinflussen.“
Die Lufthansa Kerngesellschaft ist zwar die mit Abstand größte, aber auch unprofitabelste Airline im Konzern. Der Vorstand führt das unter anderem auf hohe Gehälter und starre Dienstpläne der Crews zurück.

