Milliarden von Kaufkraft ziehen ab
Nach früheren Berechnungen könnte der Abzug einer US-Brigade einen jährlichen Kaufkraftverlust von rund einer Milliarde Euro bedeuten. Der wirtschaftliche Einfluss der US-Streitkräfte in den betroffenen Landkreisen ist nämlich enorm. So beschäftigt das Militär mehrere tausend deutsche Zivilangestellte, dazu kommen lokale Firmen, die als Dienstleister für die Truppen tätig sind: Vom Bauunternehmen bis zur Wäscherei.
Neben diesen direkten Ausgaben fließt auch viel Geld von den US-Soldaten und ihren Familienangehörigen in die örtliche Wirtschaft. So haben sich Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel über Jahrzehnte an die Bedürfnisse der amerikanischen Nachbarn eingestellt, sagt Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch. Er verweist außerdem auf die „weichen“ Faktoren, die ein außergewöhnlich harmonisches Miteinander von Oberpfälzern und US-Bürgern ausmachen, bis hin zum gemeinsamen Feiern, etwa beim Aufstellen von Maibäumen.
Strategischer Verlust für Europa
Der Abzug eines gut trainierten Kampfverbandes wie dem 2. Kavallerieregiment aus Europa hat aber nicht nur Folgen für die direkt betroffene Region. Die Verlegung schwäche auch die Sicherheitsinteressen der Nato insgesamt, sagte der CDU-Verteidigungspolitiker Roderich Kiesewetter im Morgenmagazin der ARD. Die Entscheidung der US-Regierung unter Präsident Donald Trump sei ein weiterer Stresstest für das transatlantische Verhältnis.
Die bisher in Vilseck stationierte Einheit ist ein Rückgrat der US-Armee in Europa. Sie dient nicht nur der Abschreckung sondern nimmt auch regelmäßig an großen internationalen Übungen wie derzeit in Polen teil. Außerdem dient sie als eine Art Ankerpunkt für andere US-Einheiten, die für begrenzte Zeiträume nach Europa rotieren.

