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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Opa und die NSDAP: „Endlich fragt mal wer nach!“
Kultur

Opa und die NSDAP: „Endlich fragt mal wer nach!“

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 5. Mai 2026 11:48
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Seit März wollten mehr als eine Million Menschen wissen, ob ihre Vorfahren Mitglied der NSDAP waren. Bayern 2 hat mit zwei Personen gesprochen, die sich bereits seit vielen Jahren mit den dunklen Kapiteln ihrer Familiengeschichte beschäftigen.

Inhaltsübersicht
Andreas Bönte: „Das war ein tiefer Schock“Alexandra Senfft: „Für manche bin ich eine Nestbeschmutzerin“„Endlich fragt da mal wer nach!“„Die wichtigste Frage: Wie verhalte ich mich heute?“

Die Islamwissenschaftlerin und Journalistin Alexandra Senfft ist Enkelin des SA-Führers Hanns Ludin. Ludin war für die Juden-Deportationen aus der Slowakei verantwortlich, 1945 wurde er als Kriegsverbrecher hingerichtet. Alexandra Senfft sitzt heute im Präsidium der Lagergemeinschaft Dachau und im Vorstand des Arbeitskreises für intergenerationelle Folgen des Holocaust.

Andreas Bönte ist bekannter Fernsehjournalist. Sein Großvater Peter Wiborg war SA-Sturmführer in Rheine und einer der Anführer der Zerstörung der dortigen Synagoge während der Novemberpogrome 1938. In der Kontrovers-Sendung „Mein Großvater, der Nazi“ legt er die eigene Familiengeschichte offen.

Andreas Bönte: „Das war ein tiefer Schock“

Für Bönte war es ein Schock zu erfahren, wie es um die Verstrickungen seines Großvaters mit dem Nazi-Regime stand. Er wusste zunächst gar nichts über ihn. Erst mit Mitte 30, als er selbst in einer Lebenskrise war, erwähnte ein Onkel, dass der Großvater in der SA gewesen sei und 1944 Selbstmord begangen habe. „Ich hatte mich immer sehr für Erinnerungsarbeit eingesetzt und plötzlich war ich in einer Täterfamilie. Für mich war das ein tiefer Schock, wirklich niederschmetternd.“

In der Familie von Alexandra Senfft wurde nicht geschwiegen, sie wusste früh Bescheid. Allerdings war – und ist es teilweise bis heute – in der Familie strittig, wie man die Fakten zu bewerten habe, also ob der Großvater ein Verbrecher oder ein harmloser Mitläufer war. „Das Thema ist mit viel Abwehr besetzt“, sagt Senfft. „Keiner will sich damit auseinandersetzen, dass Angehörige sich schuldig gemacht haben. Teile meiner Familie sehen mich als Nestbeschmutzerin.“

Der Zugang zu der Mitgliederdatei der NSDAP [externer Link] ist seit Mitte März sehr einfach. „Mich freut, dass so viele Menschen sich dafür interessieren“, sagt Alexandra Senfft. „Andererseits: Warum hat das so lange gedauert? Es war auch vorher nicht so wahnsinnig schwierig, sich auf die Spuren der Vorfahren zu begeben. Und welche Schlüsse ziehen die Menschen aus dem, was sie da erfahren?“

Alexandra Senfft: „Für manche bin ich eine Nestbeschmutzerin“

Vor allem sehr junge Menschen scheinen sich mit der Familiengeschichte auseinanderzusetzen. „Ich glaube, es fällt Jüngeren leichter, da mal reinzuschauen, weil sie oft gar keinen Bezug zu den Großeltern mehr haben. Auch die Unmittelbarkeit der Bedrohung der Rechten führt viele dazu zu fragen, was haben eigentlich meine Vorfahren gemacht? Ich wünschte, mehr Menschen hätten sich schon früher mit der eigenen Familiengeschichte beschäftigt, dann hätten wir vielleicht nicht so einen Rechtsruck in Deutschland.“

„Endlich fragt da mal wer nach!“

„Die kleineren und mittleren Täter sind nach 45 durch den Rost gefallen“, sagt Andreas Bönte. „Man hat da in den Familien gar nicht mehr drüber geredet.“ Böntes Mutter etwa war im Bund Deutscher Mädel engagiert, mit dem Selbstmord ihres Vaters und dem Ende des Regimes habe sie alles verloren, was ihr zuvor Ordnung und Halt gab. Bönte meint, sie sei selbst traumatisiert gewesen – und habe deshalb ein Leben lang geschwiegen. „Für mich war klar, dass meine eigene Angsterkrankung unmittelbar mit der Vergangenheit in Zusammenhang steht. Deshalb war für mich wichtig zu klären, was ist eigentlich in der Familie losgewesen. Meine Tante hat gesagt, endlich fragt da mal wer nach! Andere haben gesagt: Lass die Toten ruhen. Ich akzeptiere beide Meinungen, aber für mich war klar – ich habe eine andere.“

„Die wichtigste Frage: Wie verhalte ich mich heute?“

Doch wie bringt man die netten und lieben Opas oder Väter in Einklang mit jemandem, der gemordet hat oder zumindest ein Rädchen im NS-System wurde? Für Alexandra Senfft war die Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte emotional belastend: „Ist das richtig, was ich hier mache? Breche ich jetzt die Loyalität zur Familie? Es konfrontiert einen auch mit dem Täter in einem selbst, was habe ich vielleicht geerbt von ihm? Da ist immer die Frage, wozu man selbst möglicherweise fähig wäre.“

Doch viel wichtiger ist ihrer Meinung nach die Frage: Wie verhalte ich mich heute? „Wir können nur begreifen, wie faschistische und autoritäre Systeme entstehen, wenn wir in die Vergangenheit blicken und versuchen zu begreifen, was damals passiert ist, weil daraus können wir auch Schlüsse für heute ziehen.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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