Audi ist mit Gegenwind in das neue Geschäftsjahr gestartet. Der Ingolstädter Autobauer meldete am Morgen Rückgänge bei Absatz, Umsatz und Gewinn. Unter dem Strich verdiente die VW-Tochter 559 Millionen Euro. Im Jahresvergleich war das ein Minus von elf Prozent. Mit Sorge beobachtet man in Ingolstadt die Ankündigung höherer US-Zölle.
Auch wenn das Geschäft für Autobauer wie Audi in den vergangenen Jahren weltweit schwieriger wurde – die größten Probleme bereitet dem Ingolstädter Autobauer derzeit der US-Markt. Dort sind die Verkaufszahlen zuletzt dramatisch geschrumpft. Hatte Audi Nordamerika im ersten Quartal des Vorjahres noch fast 49.000 Neufahrzeuge an Kunden übergeben, brach der Absatz binnen Jahresfrist um mehr als 25 Prozent ein auf rund 35.000.
Trumps Zölle sind schlecht fürs Geschäft
Hintergrund der Einbrüche im US-Markt sind nach Einschätzung des Managements auslaufende Förderungen für Elektroautos und die Zollpolitik der US-Regierung. Die Sonderabgaben schlugen sich in dreistelliger Millionenhöhe in den Finanzzahlen nieder.
Die jetzt von US-Präsident Trump angekündigte Erhöhung der Zölle auf 25 Prozent wäre laut Finanzchef Jürgen Rittersberger eine weitere signifikante Belastung. Audi leidet stärker als zum Beispiel BMW unter der US-Zollpolitik, da die Ingolstädter kein eigenes Werk in den Vereinigten Staaten haben. Über den Bau einer solchen Fabrik wird seit längerem diskutiert, bisher gibt es aber keine Entscheidung.
Derzeit prüfe Audi gemeinsam mit der Konzernmutter VW verschiedene Optionen, sagte Rittersberger. Ohne eine Unterstützung von politischer Seite in Form von Subventionen, Zollerleichterungen oder ähnlichem werde es aber schwierig, so der Audi-Finanzvorstand. Bei den US-Kunden will der Hersteller nun mit einer Modelloffensive gegensteuern, deren Herzstück das große SUV-Modell Q9 bildet.
Weiterer Rückgang in China, Erholung in der Heimat
Auch in China ging der Absatz erneut zurück, hier will der Konzern mit E-Autos einer eigenen Zweitmarke Boden gut machen. Wie andere westliche Autobauer setzt Audi inzwischen verstärkt auf Autos, die vor Ort für den chinesischen Markt entwickelt werden, um dem dortigen Kundengeschmack besser gerecht zu werden. Dabei soll auch ein neues Innovations- und Technologiezentrum helfen, das in Zusammenarbeit mit dem lokalen Partner SAIC in Shanghai entsteht.
Zuwächse gab es dagegen auf dem deutschen Heimatmarkt, wo die Nachfrage nach Elektroautos spürbar anzog. Auch für Europa insgesamt meldete Audi einen steigenden Absatz seiner Fahrzeuge.

