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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > El Niño 2026: Wie stark wird das Wetterphänomen dieses Jahr?
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El Niño 2026: Wie stark wird das Wetterphänomen dieses Jahr?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 28. Mai 2026 17:47
Von Michael Farber
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4 min. Lesezeit
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Die US-Klimabehörde NOAA beobachtet den tropischen Pazifik genau. In der Mitte des Ozeans, in einem rechteckigen Bereich in Äquatornähe, verdichten sich die Anzeichen auf einen bevorstehenden El Niño. Dieses Klimaphänomen hat globale Auswirkungen auf Wind und Niederschläge und führt zu Extremwetterereignissen.

Inhaltsübersicht
El Niño kommt 2026 mit sehr hoher WahrscheinlichkeitWas ist das Wetterphänomen El Niño?El Niño: Folgen sind Überschwemmungen, Hitze und DürreEl Niño 2026/27 könnte tendenziell stark werdenWas bedeutet El Niño für Klima und Extremwetter?

Ozean- und Atmosphärenforscherin Emily Becker berichtet im BR-Interview: „Die Wahrscheinlichkeit, dass sich El-Niño-Bedingungen zwischen Mai und Juli 2026 entwickeln, liegt bei 82 Prozent, für den Winter sogar bei 96 Prozent.“

El Niño kommt 2026 mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit

Im April waren die Prognosen noch zurückhaltender, auch wegen der sogenannten „Frühjahresbarriere“: Im März und April sind Veränderungen im Pazifik traditionell schwerer vorhersagbar, ab Mai werden die El-Niño-Modelle belastbarer (aktuelle Prognose, externer Link).

Auch der Meteorologe Andreas Fink vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hält das Eintreten von El Niño für sehr wahrscheinlich. Viele voneinander unabhängige Modelle deuteten mehr oder weniger unisono auf ein El-Niño-Ereignis hin, sagt er im BR-Interview. Die Frage sei inzwischen weniger, ob El Niño kommt, sondern wie stark.

Was ist das Wetterphänomen El Niño?

El Niño ist eine natürliche Klimaschwankung im tropischen Pazifik. Der Name geht auf peruanische Fischer zurück: Sie bemerkten schon im 19. Jahrhundert, dass sich um Weihnachten in manchen Jahren das Meer vor ihrer Küste ungewöhnlich erwärmt und der Fischfang einbricht. Sie nannten das Phänomen nach dem Christkind „El Niño“ – auf Spanisch „der Junge“ beziehungsweise „das Christkind“.

El Niño: Folgen sind Überschwemmungen, Hitze und Dürre

Im Normalfall treiben Passatwinde warmes Oberflächenwasser von Südamerika nach Westen, Richtung Indonesien und Australien. Dort ist das Meer warm und regenreich, vor Südamerika steigt kaltes Tiefenwasser auf, es bleibt eher kühl und trocken.

Bei El Niño schwächen sich diese Winde deutlich ab, teilweise brechen sie zusammen. Warmes Wasser staut sich im zentralen und östlichen Pazifik, der Ozean wird dort deutlich wärmer und gibt mehr Wärme an die Atmosphäre ab. Die tropischen Regen- und Windmuster verschieben sich: An Teilen der Pazifikküste Südamerikas – etwa in Peru und Ecuador – steigt das Risiko von Überschwemmungen, in Südostasien und Australien das Risiko von Hitze, Dürren und Waldbränden.

El Niño 2026/27 könnte tendenziell stark werden

Zur Intensität bleibt die NOAA-Prognose vorsichtig. „Wie stark El Niño schlussendlich wird, ist noch unsicher“, betont Emily Becker. „Alle Möglichkeiten – von schwach bis sehr stark – sind derzeit offen.“ Gleichzeitig verdichten sich die Hinweise auf ein eher kräftiges Ereignis. Die NOAA schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass es mindestens ein starker El Niño wird, derzeit auf rund 60 Prozent.

Manche Berichte warnen deshalb bereits vor einem „Super-El-Niño“. Fachleute wie Andreas Fink mahnen hier zu Zurückhaltung. Welche Extremwetter tatsächlich einsetzen, sei viel schwieriger vorherzusagen. In der Atmosphäre ist das Zusammenspiel – auch von großen Klimaphänomenen wie El Niño – komplex.

Was bedeutet El Niño für Klima und Extremwetter?

Die besonders gefährdeten Regionen wie an der Westküste Ecuadors und Perus sollten sich aber jetzt schon wappnen, so Klimawissenschaftler Fink. Und unabhängig von den direkten Auswirkungen heizt ein El-Niño-Ereignis die Erde zusätzlich auf, weil der Pazifik weniger Wärme aus der Luft aufnehmen kann.

0,1 bis 0,2 Grad mehr im globalen Durchschnitt setzt das natürliche Klimaphänomen auf die menschengemachte Erderwärmung zusätzlich drauf. Fachleute erwarten deshalb für 2026, spätestens für 2027 einen neuen Temperaturrekord. 2024 war zum ersten Mal die 1,5-Grad-Marke deutlich überschritten worden – auch hier in Zusammenhang mit einem El-Niño-Ereignis.

Ob und wie El Niño sich auf das europäische Wetter auswirke, darüber gebe es in der Wissenschaft keinen belastbaren Konsens, so Fink. „Unsere Wetterküche“ im Nordatlantik verhalte sich im Moment eher im Normbereich – wenn auch im eher warmen, wegen des Klimawandels.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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