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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Metall- und Elektroindustrie schrumpft – doch es gibt Hoffnung
Wirtschaft

Metall- und Elektroindustrie schrumpft – doch es gibt Hoffnung

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 2. Juni 2026 13:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Fast alle Kurven im neuen Konjunkturbericht der Metall- und Elektroindustrie (externer Link) haben einen Knick: Mitte des ersten Quartals, Ende Februar, Anfang März brechen Produktion, Geschäftsklima und Beschäftigung ein – etwa zu der Zeit also, als Israel und die USA beginnen, Bomben auf den Iran abzuwerfen. Die bayerische Metall- und Elektroindustrie ist stark vom Export abhängig, daher leidet sie unter der unsicheren Weltlage.

Inhaltsübersicht
Produktion rückläufig – aber nicht in allen SpartenFirmen bauen Stellen abVerbände fordern von Gewerkschaft: „Maß halten“Gewerkschaft hält dagegenAufträge nehmen zu

Produktion rückläufig – aber nicht in allen Sparten

Im Frühjahr 2026 ist die Gesamtproduktion der Metall- und Elektroindustrie um vier Prozent gesunken, im Vergleich zum Frühjahr 2025. Die wichtige Automobilindustrie ist besonders angeschlagen. Die Produktion ist hier um 7,4 Prozent zurückgegangen. Nur einige Sparten sind vom Abwärtstrend nicht betroffen: Am besten geht es dem sogenannten „Sonstigen Fahrzeugbau.“ Dazu gehören Flugzeughersteller. Sie profitieren stark von den gestiegenen Rüstungsausgaben.

Firmen bauen Stellen ab

Der insgesamt schwache Zustand der Industrie betrifft ihre vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Etwa 845.000 Beschäftigte hat die Branche aktuell – 17.000 weniger als noch vor einem Jahr. Seit dem letzten Höchststand vor knapp zweieinhalb Jahren haben rund 30.000 Beschäftigte ihren Job verloren.

Damals hatte sich die Industrie gerade nach der Pandemie erholt und wieder Fahrt aufgenommen. Dann aber kamen Inflation und innenpolitische Unsicherheit und seitdem geht es beständig bergab. „Wir erwarten, dass sich der Abbau von Arbeitsplätzen in den kommenden Monaten fortsetzt“, sagt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands der bayerischen Metall- und Elektroindustrie, im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur dpa.

Verbände fordern von Gewerkschaft: „Maß halten“

Die Verbände der Metall- und Elektroindustrie benennen die Arbeitskosten als einen Grund für die gesunkene Produktion. Diesen Herbst werden sie mit der IG Metall neue Tarife für die Beschäftigten aushandeln. In ihrem Bilanzreport fordern sie die Gewerkschaft auf, „in der kommenden Tarifrunde Maß zu halten, um die Unternehmen in dieser schwierigen Lage nicht zu überfordern und somit Beschäftigung am heimischen Standort zu sichern“.

Gewerkschaft hält dagegen

Die IG Metall gibt sich davon unbeeindruckt. Tarifvorständin Nadine Boguslawski schreibt auf BR-Anfrage: „Wir gehen verantwortungsvoll und selbstbewusst in die Tarifrunde.“ Sie betont die Doppelrolle der Beschäftigten als Konsumenten: „Während die Exporte wegbrechen, sichert eine starke Kaufkraft der Beschäftigten die wirtschaftliche Lage.“ Die Logik: Wenn Aufträge aus dem Ausland fehlen, helfe ein gutes Geschäft im Inland. Beschäftigte bräuchten aber genügend Geld, um sich den Konsum leisten zu können.

Bernhard Stiedl, der Vorsitzende des DGB Bayern, pflichtet seiner Gewerkschaftskollegin bei. Er schreibt: „Wer die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie stärken will, muss die strukturellen Probleme des Standorts lösen – nicht die Belastungen der Beschäftigten erhöhen.“

Aufträge nehmen zu

Eine Kurve im Bilanzreport zeigt übrigens leicht, aber stetig aufwärts: Die bayerischen Metall- und Elektrobetriebe nehmen mehr Aufträge entgegen. Im ersten Quartal waren es 1,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Plus verdanken die Unternehmen tatsächlich der inländischen Industrie. Sie hat die fehlenden Aufträge aus dem Ausland ausgeglichen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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