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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Nach Kritik: Friedman spricht doch bei Bayreuther Festspielen
Kultur

Nach Kritik: Friedman spricht doch bei Bayreuther Festspielen

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 21. Juni 2026 15:48
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Nach der breiten Kritik an der Absage einer Gedenkveranstaltung für in der NS-Zeit verfolgte jüdische Musikerinnen und Musiker rudern die Bayreuther Festspiele zurück. Die Veranstaltung soll nun doch wie geplant am 26. Juli stattfinden, wie Festspielleiterin Katharina Wagner der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bestätigte. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtet [externer Link; möglicherweise Bezahl-Inhalt], die Geschäftsführung habe dem als Redner eingeladenen jüdischen Publizisten Michel Friedman mitgeteilt, die Veranstaltung müsse wegen „Sicherheitsbedenken“ abgesagt werden.

Inhaltsübersicht
Breite Kritik an Friedman-AbsageFestspielleitung entschuldigt sich bei FriedmanNS-Zeit: „Problematisches Kapitel“ der Bayreuther Festspiele

Breite Kritik an Friedman-Absage

Friedman machte die Absage öffentlich und übte scharfe Kritik. In diese stimmten unter anderem der Bayerische Kunstminister Markus Blume (CSU) ein und sagte: „Ich erwarte von der Festspielleitung, dass sie eine Lösung für die Veranstaltung findet und zeigt: Im Kampf gegen Antisemitismus stehen wir zusammen.“ Der Umgang der Festspiele mit diesem Thema „war leider mehr als unglücklich in den letzten Tagen“, so Blume.

Der Antisemitismusbeauftragte sagte, ihn habe die Absage „sehr irritiert“. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und Holocaust-Überlebende, Charlotte Knobloch, ließ mitteilen: „Die Absage ist auf jeder Ebene eine Bankrotterklärung. (…) Mir fehlen die Worte, um meine Wut und Enttäuschung auszudrücken.“

Festspielleitung entschuldigt sich bei Friedman

Nun soll das Gedenkkonzert mit dem Titel „Verstummte Stimmen“ doch am Vormittag des 26. Juli, vor der Premiere der Oper „Rienzi“ stattfinden. Wie die SZ berichtete, entschuldigte sich die Leiterin der Bayreuther Festspiele, Katharina Wagner, bei Friedman für die Ausladung. Die Entschuldigung nannte Friedman in der Zeitung „ernsthaft und glaubwürdig“. Er sagte: „Wenn sich jemand bewegt, sollte man sich mitbewegen.“

NS-Zeit: „Problematisches Kapitel“ der Bayreuther Festspiele

Der Komponist Richard Wagner (1813-1883), Gründer der Bayreuther Festspiele, verfasste antisemitische Schriften und äußerte sich auch immer wieder klar antisemitisch. Später galten die Festspiele als eng verflochten mit nationalistisch-völkischem Gedankengut und schließlich mit dem Nationalsozialismus. Adolf Hitler war immer wieder Gast in Bayreuth.

Katharina Wagner sagte dem BR: „Zum 150-jährigen Bestehen der Bayreuther Festspiele möchten wir nicht nur feiern, sondern auch kritisch auf unsere Geschichte blicken. Das Jubiläum bietet die Gelegenheit, sowohl die künstlerischen Leistungen zu würdigen als auch die problematischen Kapitel unserer Vergangenheit offen zu thematisieren.“

Mit Material von dpa

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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