Auf dem Deutschen Ophthalmochirurgen-Kongress in Nürnberg informieren sich Operierende Augenärzte über Neuheiten und Fortschritte bei der Behandlung von Sehfehlern. Er findet vom 18. bis 20. Juni statt. Vorgestellt wird dabei auch eine Weltneuheit.
OP nach Diagnose Grauer Star
Wer im Alter vom Augenarzt die Diagnose Grauer Star – auch Katarakt genannt – bekommt, muss operiert werden, um sein Sehvermögen wieder herzustellen. Bei einer OP wird die trüb gewordene, natürliche Linse des Auges durch eine künstliche ersetzt. Ein Routineeingriff, der bis zu 800.000 Mal jährlich in Deutschland durchgeführt wird.
Doch welcher Linsentyp für welchen Patienten der richtige ist, konnte bislang nicht festgestellt, sondern bloß simuliert werden. Ein Problem für viele Patienten, die deshalb Angst vor diesem Eingriff hatten.
RALV: Neuer Gamechanger aus Österreich
Die Abkürzung RALV steht für: Real Artificial Lens Vision und ist ein neuartiges Gerät des österreichischen StartUp DEZIMAL. Es erlaubt erstmals Patienten, die vor einer Katarakt-Operation stehen, schon vor dem Eingriff zu testen, wie sie mit verschiedenen künstlichen Linsen später sehen werden. Und das völlig risiko- und schmerzfrei.
RALV, der unter anderem schon in der Augenklinik in Fürth eingesetzt wird, lässt sich mit allen derzeit auf dem Markt befindlichen und zugelassenen künstlichen Linsentypen bestücken und ermöglicht eine bis dato nicht vorhandene Untersuchungsmöglichkeit und Entscheidungssicherheit, sagt der Augenchirurg Dr. Thomas Will.
„Bei der Auswahl der Linsen sind wir heute in dem Spannungsfeld, eine Linse zu haben, die nur in einer bestimmten Entfernung eine Abbildung liefert (Monofokallinsen), plus der Verwendung einer Lesebrille und von Linsen, die alle Entfernungen abbilden (Multifokallinsen), mit dem Risiko von nächtlichen Nebenwirkungen in der Sehqualität. Und dieses Spannungsfeld können wir mit dem neuen Gerät auflösen“, erklärt der Mediziner.
Neue Untersuchung noch keine Kassenleistung
65 Euro kostet Margit Kraussold diese Untersuchung, deren Kosten nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Nach Angaben der Fürther Augenärzte nimmt diese Untersuchung vielen Patienten die Angst vor der bevorstehenden OP, schafft Entscheidungssicherheit und spart Kosten, damit im Notfall die OP nicht wiederholt werden muss.

