Es ist heiß, für viele schon unerträglich heiß – vor allem, wenn auch die Wohnung keine Abkühlung bietet. Die Hitze kann auch etwa für Menschen, die Medikamente einnehmen, auf verschiedene Weise zum Problem werden.
Wie Hitze die Wirkung von Medikamenten beeinflusst
Einige Wirkstoffe beeinflussen die körpereigene Temperaturregulation. Sie können etwa das Schwitzen verringern oder die Blutgefäße beeinflussen, über die der Körper Wärme abgibt. Weiten sie sich bei Hitze nicht ausreichend, kann der Körper überschüssige Wärme schlechter loswerden.
Auch die Wirkung von Medikamenten kann sich bei Hitze verändern. Hohe Temperaturen, Flüssigkeitsverlust und eine veränderte Durchblutung beeinflussen, wie ein Wirkstoff aufgenommen, verteilt und abgebaut wird. Dadurch kann er stärker oder schwächer wirken als gewohnt.
Warum einige Antidepressiva bei Hitze problematisch sein können
Antidepressiva sind ein Beispiel dafür. Sie können das Temperaturempfinden beeinträchtigen und dazu führen, dass der Körper weniger schwitzt. Dadurch fällt es schwerer, überschüssige Wärme abzugeben. Das Risiko für hitzebedingte Beschwerden steigt.
Welche Medikamente bei Hitze problematisch sein können
Doch nicht nur Antidepressiva spielen hier eine Rolle. Auch einige Medikamente zur Behandlung von ADHS, entwässernde Mittel bei Herzschwäche und blutdrucksenkende Medikamente können bei großer Hitze problematisch sein. Entwässernde Medikamente beeinflussen den Flüssigkeitshaushalt, während blutdrucksenkende Mittel in Kombination mit der ohnehin erweiterten Gefäßerweiterung an heißen Tagen den Blutdruck zusätzlich senken können. Tatsächlich ist der Blutdruck im Sommer bei vielen Menschen niedriger als im Winter. Welche Arzneimittel betroffen sind und worauf geachtet werden sollte, fasst die Heidelberger Hitzetabelle zusammen.
Medikamente und Sonne: Wenn die Haut empfindlicher reagiert
Hitze kann bei manchen Medikamenten zusätzliche Nebenwirkungen begünstigen. Einige Antibiotika sowie entzündungshemmende Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Diclofenac können die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht machen. Dadurch steige das Risiko für Sonnenbrand oder stärkere Hautreaktionen, warnt die Verbraucherzentrale (externer Link). Grundsätzlich empfiehlt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (externer Link) ärztlich abzuklären, ob die notwendigen Medikamente bei Hitze ein Risiko darstellen.
Asthmasprays und Hitze: Warum die richtige Lagerung wichtig ist
Wie empfindlich ein Medikament auf hohe Temperaturen reagiert, hängt auch von seiner Darreichungsform ab. Besonders vorsichtig sollte man bei Asthmasprays sein. Werden sie längere Zeit direkter Sonne oder großer Hitze ausgesetzt, kann sich die Abgabe des Wirkstoffs verändern, sodass nicht mehr sichergestellt ist, dass bei jedem Sprühstoß die richtige Menge herauskommt. Im Ernstfall kann das während eines Asthmaanfalls problematisch werden.
Tabletten und Kapseln: meist stabil, aber richtig lagern
Tabletten und Kapseln gelten als vergleichsweise hitzestabil. Kurzzeitig halten sie meist auch höhere Temperaturen aus, ohne dass sich ihre Wirkung direkt verändert. Trotzdem empfehlen Hersteller in der Regel eine Lagerung unter 25 Grad. So soll sichergestellt werden, dass die Qualität der Arzneimittel erhalten bleibt und sich Wirkstoffe nicht im Laufe der Zeit verändern.
Welche Medikamente besonders hitzeempfindlich sind
Besonders empfindlich sind Medikamente, die gekühlt werden müssen, zum Beispiel Insulin. Sie verlieren bei zu hohen Temperaturen schneller ihre Stabilität und können dadurch an Wirksamkeit verlieren. Auch Zäpfchen reagieren empfindlich auf Wärme, weil ihre Fettgrundlage schmelzen kann. Ähnliches gilt für Cremes und Salben: Bei Hitze können sich ihre Bestandteile trennen.
Wenn ein solches Präparat einmal geschmolzen ist, sollte es nicht mehr verwendet werden, auch wenn es später wieder fest wird. Der Wirkstoff kann sich dann ungleichmäßig verteilt haben, sodass die Wirkung nicht mehr zuverlässig ist.
So zeigt sich, wenn Medikamente durch Hitze beschädigt sind
Ob ein Medikament durch Hitze beeinträchtigt wurde, lässt sich häufig nicht erkennen. Dennoch gibt es Warnzeichen. Verfärbte oder brüchige Tabletten sowie Salben oder Säfte mit veränderter Konsistenz sollten nicht ohne Rücksprache eingenommen werden. Wer unsicher ist, ob ein Medikament zu heiß geworden sein könnte, sollte sich in der Apotheke beraten lassen.
Medikamente richtig lagern
Im Alltag gilt: Medikamente sollten möglichst kühl, trocken und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt aufbewahrt werden. Sie gehören weder auf die Fensterbank noch ins geparkte Auto, denn dort können innerhalb kurzer Zeit Temperaturen entstehen, die Arzneimittel schädigen.
Nicht jedes Medikament muss deshalb in den Kühlschrank. Für Tabletten und Kapseln reicht meist ein kühler Platz in der Wohnung aus. Wer Medikamente an heißen Tagen transportieren muss, etwa auf Reisen oder unterwegs, sollte dafür eine Isoliertasche oder eine kleine Kühlbox verwenden.

