Die Verbraucherstimmung stabilisiert sich – allerdings auf niedrigem Niveau. Laut der aktuellen Studie des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) steigt der entsprechende Wert für Juli zwar leicht an. Von einer echten Erholung kann aber keine Rede sein, geschweige denn von einer Trendwende.
Tankrabatt hat Stimmung beruhigt
Der leichte Anstieg bei der Konsumstimmung resultiert daraus, wie die Verbraucher auf ihr erwartetes Einkommen schauen. Diese Einkommenserwartung ist laut Forschungsunternehmen etwas positiver. Die Bereitschaft, Geld für größerer Anschaffungen auszugeben und lieber zu sparen, entspricht dem Niveau des Vormonats. Dabei werden die Einkommenserwartungen eher von der Einschätzung der Kaufkraft geprägt als von zu erwartenden Gehalts- oder Lohnerhöhungen. Das heißt, dass die Verbraucher davon ausgehen, für ihr Geld mehr im Einkaufswagen oder im Tank zu erhalten, statt mehr auf dem Gehaltszettel zu erwarten.
Denn tatsächlich hat der Tankrabatt die Inflationsrate etwas gedrückt. Doch der läuft Ende Juni aus. Und auch wenn die Stimmung derzeit etwas besser ist als im Vormonat: Insgesamt blicken die Konsumenten weiterhin weniger optimistisch auf ihre finanzielle Lage als vor Beginn des Iran-Kriegs.
Friedensverhandlungen sorgen für etwas Hoffnung
NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl verweist auch darauf, dass sich die Einkommensaussichten nur wenig erholen und die Anschaffungsneigung – also die Bereitschaft, Geld für größere Anschaffungen auszugeben – im pessimistischen Bereich bleibt.
„Ein Aufwind in Richtung Vorkriegsniveau zeichnet sich daher noch nicht ab, auch wenn die Friedensverhandlungen und der Rückgang der Rohölpreise die Inflationssorgen der Verbraucher mildern und die Konjunkturerwartungen wieder etwas aufhellen“, betont Bürkl.
Pessimismus lässt nach – Sparneigung bleibt hoch
Beim Blick auf die Wirtschaft des Landes gibt es bei den Verbrauchern wieder ein wenig Bewegung: Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbessern sich in diesem Monat erneut. Der entsprechende Indikator steigt um 2,5 Zähler auf minus 8,7 Punkte. Zwar rechnet die Mehrheit weiter mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, der Pessimismus lässt aber nach.
Keine Entspannung gibt es bei der Sparneigung, die angibt, ob die Menschen Sparen für ratsam halten. Der Indikator liegt wie im Vormonat und im Juni 2025 bei 13,9 Punkten und ist damit im langfristigen Vergleich weiterhin sehr hoch.

