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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Die Solarbranche boomt – doch der Förderstopp könnte das ändern
Wirtschaft

Die Solarbranche boomt – doch der Förderstopp könnte das ändern

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 25. Juni 2026 09:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Solar boomt in Bayern und der Welt – entsprechend gut ist die Stimmung auf der Fachmesse Intersolar in München, die bis zum 25. Juni Besucher aus aller Welt empfängt. Hier werden die neuesten Solarpanels, Batteriespeicher und Smart Meter vorgestellt. Die Aussteller werben mit Wirkungsgraden und Effizienzgewinnen, und mit durch Solarenergie erzeugtem Popcorn.

Inhaltsübersicht
Wirtschaftsministerium: Solar-Förderung nicht notwendigBranche: Solar-Förderstopp ist falscher AnsatzExperten: Solar-Förderung weiter sinnvollBranche will Solar-Förderung beibehaltenWas bedeutet der Förderstopp für Verbraucher mit Photovoltaikanlage?

Laut Zahlen des Bundesverbands Solarwirtschaft wurden in Deutschland im vergangenen Jahr rund 17,6 Gigawatt Photovoltaik zugebaut – mehr als dreimal so viel wie vor fünf Jahren.

Jedoch ist die Stimmung nicht durchweg sonnig: Im Bereich kleiner Photovoltaikanlagen, machen sich manche Aussteller Sorgen. Es gäbe „eine Verunsicherung in der deutschen Solarbranche aufgrund der Ankündigung der Wirtschaftsministerin“, sagt Carsten Körnig, Vizepräsident des Bundesverbands Solarwirtschaft.

Wirtschaftsministerium: Solar-Förderung nicht notwendig

Denn das Bundeswirtschaftsministerium plant, die staatliche Förderung für Solaranlagen unter 25 Kilowatt Leistung, die ab 2027 neu installiert werden, zu streichen. Das geht aus einem Entwurf für eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hervor.

Der Plan betrifft typischerweise kleine Anlagen auf Dächern von Privathäusern. Das Ministerium argumentiert, kleine Solaranlagen seien deutlich teurer als große. Bei großen Anlagen fallen im Vergleich weniger Kosten an, etwa für Produktion und Montage. Außerdem rechne sich die Installation kleiner Dachanlagen mittlerweile auch ohne Förderung, so das Ministerium.

Branche: Solar-Förderstopp ist falscher Ansatz

Das sei der falsche Ansatz, meint Körnig: „Wir hoffen, dass das letzte Wort hier noch nicht gesprochen ist.“ Angesichts des Ukraine-Kriegs und des Iran-Kriegs sei eine Kürzung der Solar-Förderung das falsche Signal. Langsam merkten Politik und Gesellschaft, dass „der Ausbau der Photovoltaik eine wunderbare Möglichkeit ist, nicht nur den Klimaschutz voranzubringen, sondern auch Energie-Importkosten zu sparen“, so Körnig.

Experten: Solar-Förderung weiter sinnvoll

Christoph Kost vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme sieht den Entwurf des Wirtschaftsministeriums ebenfalls eher kritisch. Die Kosten pro Kilowattstunde bei großen und kleinen Anlagen würden sich nur minimal unterscheiden, sagt Kost. Vor allem wenn man die Gesamtkosten, inklusive Kosten für das Stromnetz betrachte.

Denn bei Kleinanlagen habe man „den Vorteil, dass sehr viel auf den Dächern installiert wird, dezentral, beim Verbrauch, und dort nicht so viel Stromnetz gebraucht wird als bei größeren, zentralen Anlagen“. Falls die Förderung wirklich eingestellt wird, erwartet er, dass im nächsten Jahr weniger kleine PV-Anlagen installiert werden. Dies sei ein Bremsklotz für die Energiewende.

Branche will Solar-Förderung beibehalten

Der Branchenverband Solarwirtschaft fordert verlässliche Rahmenbedingungen und warnt vor den wirtschaftlichen Folgen. „Nach unseren Erhebungen würde bei einer Streichung der Förderung die Nachfrage deutlich einbrechen, mit entsprechenden negativen Auswirkungen auf die Energiewende, auch für die 10.000 Jobs in unserer Branche.“

Was bedeutet der Förderstopp für Verbraucher mit Photovoltaikanlage?

Nach dem aktuellen Entwurf würde es länger dauern, bis sich eine Photovoltaikanlage finanziell rechne, erklärt Experte Kost. Gleichzeitig nähme der Aufwand für die Eigentümer deutlich zu. „Für den PV-Besitzer wäre in Zukunft nicht mehr klar, was er bekommt, weil es vom Markt abhängt.“ Zusätzlich müssten PV-Besitzer selbst ein Unternehmen finden, das ihnen den Strom abkauft. Wer überlegt, noch eine kleine Photovoltaikanlage aufs eigene Dach zu setzen, sollte das möglichst noch in diesem Jahr tun.

Die Reform des EEG ist noch in diesem Jahr geplant. Die Sorgen machten sich jedoch bereits jetzt bemerkbar, sagt Verbandschef Körnig: „Menschen sind verunsichert und wissen nicht, wenn sie sich im nächsten Jahr eine Solaranlage anschaffen, ob sie dann noch eine Förderung bekommen.“ Er beobachtet deshalb einen Vorzieheffekt: Aktuell entscheiden sich mehr Menschen, noch schnell eine Anlage zu installieren. Das Solarhandwerk hat also alle Hände voll zu tun – noch.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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