Wenn die südkoreanische K-Pop-Band BTS im Rahmen ihrer Welttournee „Arirang“ für ihre zwei Deutschlandkonzerte am 11. und 12. Juli nach München kommt, dann spielt eine der erfolgreichsten Bands der Gegenwart in der Münchner Allianz Arena. Alleine auf Spotify wurden viele ihrer Songs mehrere hundert Millionen Mal gestreamt. Und das bedeutet eben auch: Karten gibt es leider nicht mehr. Wer beim offiziellen Ticketanbieter Ticketmaster sein Glück versucht, der landet auf einer Warteliste. Die Wahrscheinlichkeit, auf diesem Weg noch ein Ticket zu ergattern, dürfte jedoch relativ gering sein.
Auf inoffiziellen Wiederverkaufsportalen wie Viagogo findet man zwar noch vereinzelt Tickets zu teils saftigen Preisen, allerdings rät Johannes Everke, der Geschäftsführer vom Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungsbranche (BDKV), von der Nutzung solcher Portale ab, „weil dort die Ticketverkäufe so intransparent sind, weil dort auch Betrug und Schwarzmarkt Tür und Tor geöffnet werden“. Zum Teil sei unklar, „ob man da ein Ticket kauft oder nur einen Ticketsuchauftrag. Zum Teil werden die Tickets verkauft, bevor der offizielle Ticketverkauf überhaupt angefangen hat. Und es werden Tickets verkauft, die gar nicht verkauft werden dürfen, weil sie personalisiert sind.“
Viele Events rund um die Konzerte
Wer leer ausgegangen ist, der kann jedoch auch etwas BTS-Luft bei den zahlreichen Fanevents schnuppern, die rund um die Konzerte in München stattfinden. Vom 3. bis 18. Juli hat im Utopia in der Heßstraße von Montag bis Samstag ein offizieller Pop-up-Store geöffnet, wo man sich mit Merchandise-Artikeln eindecken kann. Wer kein Ticket ergattern konnte oder nach den Konzerten noch mehr Lust auf Musik von BTS hat, kann am Samstag zur Party ins „794 Studio“ kommen und am Sonntag ins „Filmcasino“.
Für alle glücklichen Ticketbesitzer gilt, was bei Großkonzerten in der Allianz Arena meist gilt. Taschen sind nur im DIN-A4-Format erlaubt. Die Anreise geschieht am besten mit der U6 bis Fröttmaning. Von dort sind es dann noch wenige Minuten zu Fuß bis zum Stadion, wo auf die Konzertbesucher in der Mitte der Arena eine 360-Grad-Bühne warten wird, die von 20 Uhr an von der Band bespielt werden wird. So sollen einerseits mehr Fans näher an die Bühne herankommen, zum anderen erlaubt eine solche Konstruktion, dass mehr Publikum in die Stadien passt.
Welche Songs werden gespielt?
Klarheit gibt es mittlerweile über die Setlist, da die Tour mit ihren rund 72 Terminen ja schon länger läuft. Beim Tourauftakt am 9. April im südkoreanischen Goyang eröffnete die südkoreanische Popgruppe ihr Set mit „Hooligan“. Auch die Megahits „Butter“ und „Dynamite“ standen im Programm. Gegen Ende des Sets sind zudem zwei Überraschungssongs geplant, die sich von Konzert zu Konzert unterscheiden. Wie bei Konzerten in dieser Größenordnung üblich, dürfte sich an der Setlist im Großen und Ganzen relativ wenig ändern, denn Choreografie, Video- und Lichttechnik sind genau aufeinander abgestimmt, was wenig Raum für Improvisation lässt. Nichtsdestotrotz gibt es auch Künstlerinnen und Künstler, die während einer Stadiontour Reihenfolge und Songauswahl ändern. Allerdings meist nur wohldosiert.
Dass die einzigen Deutschlandkonzerte in München stattfinden, habe laut Veranstalter Livenation „mit der Verfügbarkeit im Vergleich zu anderen Metropolregionen“ zu tun. Zudem dürfte die gute Erreichbarkeit per Auto aus den direkten Nachbarländern eine Rolle gespielt haben.
Die „Army“ als treue Fangemeinschaft
Die sieben Mitglieder der Band haben der südkoreanischen Popmusik seit ihrem Debüt 2013 endgültig zum globalen Durchbruch verholfen. Ihre 2020 erschienene Hitsingle „Dynamite“ erreichte allein auf YouTube innerhalb von 24 Stunden über 100 Millionen Aufrufe. Zudem ist BTS die erste K-Pop-Band, die den ersten Platz der Billboard Hot 100 erreicht hat.
Rund um die Band hat sich eine besonders treue Fangemeinschaft gebildet. Wegen ihrer Loyalität nennen sich die Anhänger „Army“. Das Fan-Netzwerk ist in dutzenden Ländern auf allen Kontinenten aktiv und organisiert sich oftmals auch zivilgesellschaftlich. So ist die BTS-„Army“ dafür bekannt, Wohltätigkeitskampagnen zu organisieren oder soziale Projekte zu unterstützen.

