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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Rüstungsboom beflügelt Nürnberger Diehl-Gruppe
Wirtschaft

Rüstungsboom beflügelt Nürnberger Diehl-Gruppe

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 7. Juli 2026 17:51
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Eigentlich steht die Diehl-Gruppe auf fünf formal gleichberechtigten Säulen. Doch diese Sparten haben sich in den vergangenen Jahren sehr unterschiedlich entwickelt. Damit ist innerhalb des Nürnberger Unternehmens eine Unwucht entstanden. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat nämlich die Nachfrage in der Rüstungssparte massiv angezogen.

Inhaltsübersicht
Millionengewinn dank RüstungssparteFlugzeugtoiletten – High-Tech unter der SchüsselDiehl will auch an derzeit schwächeren Sparten festhalten

Das liegt vor allem am Luftabwehrsystem Iris-T. Dessen bodengestützte Version ist in der Ukraine im Einsatz und hat sich als extrem treffsicher erwiesen. Das sorgt international für eine hohe Nachfrage, vor allem aus Nato-Staaten. So hat Diehl zum Beispiel die Produktion von Raketen für das Iris-T-System innerhalb von vier Jahren nach eigenen Angaben um das Zwanzigfache gesteigert.

Millionengewinn dank Rüstungssparte

Das stark wachsende Geschäft in der Rüstungssparte Diehl Defence lässt Umsätze, Gewinne und Beschäftigtenzahlen im Gesamtunternehmen steigen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Verteidigungssparte 40 Prozent des Gruppenumsatzes von insgesamt 5,4 Milliarden Euro. Ende diesen Jahres dürfte dieser Anteil bei etwa 50 Prozent liegen, der Gesamtumsatz von Diehl soll dann 6 Milliarden Euro erreichen. Der Nettogewinn lag 2025 bei 492 Millionen Euro, im Vorjahr 2024 waren es noch 343 Millionen.

Flugzeugtoiletten – High-Tech unter der Schüssel

Ähnlich erfolgreich ist Diehl als Zulieferer der Luftfahrtindustrie, wo das Unternehmen unter anderem Bordtoiletten und Kabinenbeleuchtung baut. Gerade die Toilettensysteme in der Luftfahrt seien absolute Hightech-Produkte, bei denen Diehl ein Technologieführer sei, hieß es bei der Vorlage der Geschäftszahlen.

Hinter der Kloschüssel an Bord verbirgt sich nämlich ein komplexes System, dessen Leitungen sich durch das ganze Flugzeug ziehen. Und das müsse auch unter Belastung zuverlässig funktionieren, denn gerade während des Fluges könne man hier wenig reparieren, so die Diehl-Manager. Eine besondere Herausforderung seien Gegenstände wie Feuerzeuge oder Münzen, die aus Unachtsamkeit aus der Hosentasche in die Toiletten fallen und dann – wenn die Spülung betätigt wird – mit hoher Geschwindigkeit wie Geschosse durch das Leitungssystem an Bord sausen. Deswegen arbeite man hier an vielen Stellen mit teurem Material wie Titan, um Beschädigungen zu vermeiden.

Diehl will auch an derzeit schwächeren Sparten festhalten

Im Vergleich dazu spielen die drei anderen Firmensparten für Messtechnik, Metalle und Elektronik inzwischen eine eher untergeordnete Rolle. Zum Teil haben sie mit schwächelnden Märkten und einer gedämpften Nachfrage zu kämpfen, etwa aus der Autoindustrie. Bei der Jahrespressekonferenz in Nürnberg betonte die Geschäftsführung aber, man wolle keine dieser Sparten verkaufen.

In den mehr als 100 Jahren seiner Geschichte habe das Familienunternehmen immer Wert darauf gelegt, dass sich mehrere Standbeine gegenseitig stützen. Daran halte man fest. Darüber hinaus hat Diehl weiter in seine deutschen Standorte investiert. Die Zahl der Beschäftigten wuchs konzernweit auf knapp 20.000. Mehr als zwei Drittel davon beschäftigt das Unternehmen in Deutschland, überwiegend in Bayern und Baden-Württemberg.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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