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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Zur Sache, Schätzchen“-Schauspieler Werner Enke gestorben
Kultur

„Zur Sache, Schätzchen“-Schauspieler Werner Enke gestorben

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 23. Juli 2026 15:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Der Schauspieler Werner Enke ist im Alter von 85 Jahren in München gestorben. Das bestätigte ein langjähriger Freund unter Berufung auf Enkes Lebensgefährtin May Spils der Deutschen Presse-Agentur. Enke sei bereits am 20. Juli nach schwerer Krankheit gestorben, sagte Oliver Fries.

Inhaltsübersicht
„Zur Sache, Schätzchen“ wird ein ErfolgEine „Walze des Vergnügens“

Der 1941 in Berlin geborene und in Göttingen aufgewachsene Enke war nicht nur Schauspieler, sondern schrieb auch selbst Theaterstücke, führte Regie und malte. Seine größten Film-Erfolge waren „Zur Sache, Schätzchen“ (1968) und „Nicht fummeln, Liebling“ (1970), bei denen er Autor und Hauptdarsteller war. Seine langjährige Lebensgefährtin May Spils führte bei der Komödie Regie und erzählte einmal: „Diese Nachkriegs-Generation war ja furchtbar, es war ja spießig und grässlich und wir wollten alles anders machen und haben das Drehbuch geschrieben für Schätzchen, aber dieser Riesenerfolg, der war uns natürlich auch nicht klar.“

„Zur Sache, Schätzchen“ wird ein Erfolg

In „Zur Sache, Schätzchen“ spielte Enke den Nichtstuer Martin, der die Welt mit pseudo-philosophischen Sprüchen beglückt und in den Tag hinein lebt. Die Begegnung mit Barbara (Uschi Glas) – wohlbehütete Tochter aus gutbürgerlichem Hause – wirbelt sein Leben ziemlich durcheinander.

Enkes Figur ist kein Revoluzzer, kein Lautsprecher. Gesellschaftlichen Erwartungen entzieht sich dieser Münchner Hallodri eher leise, schnoddrig, ironisch, immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen. Wahrscheinlich hat kein Nachkriegsfilm so viel für die deutsche Umgangssprache getan wie dieser. Wörter wie „fummeln“, „ausgebufft“, „tüllich“ oder „Dumpfbacke“ schafften es sogar in den Duden.

Eine „Walze des Vergnügens“

Bei der Premiere von „Zur Sache, Schätzchen“ in München sei eine „Walze des Vergnügens“ „durch den Kinosaal gerollt“, erinnerte Uschi Glas einmal. Enke sei sogar leicht verärgert gewesen, weil man durch das viele Gelächter seine Pointen nicht mehr verstehen konnte. Der Film lief danach zwei Jahre lang in den deutschen Kinos – und schaffte es unter dem Titel „Go for it, Baby“ sogar in die USA.

Nach „Zur Sache, Schätzchen“ hatten Enke und Spils mit „Nicht Fummeln, Liebling“ im Jahr 1970 nochmal einen zweiten großen Erfolg. Danach und vor allem ab den 80ern wurde es ziemlich ruhig um die beiden. Der Drehstress habe ihnen nicht gut getan, das hat Spils mal in einem Interview erzählt.

1985 zog sich Enke aus dem Showbusiness weitgehend zurück und trat erst im Jahr 2003, mit einer Sammlung eigener Cartoons, zurück in die Öffentlichkeit. Er lebte in der Nähe von München auf einem Bauernhof.

Mit Informationen von dpa

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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