Passagiere der Lufthansa müssen vorerst keine weiteren Streiks der Piloten fürchten. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) gab in einem Rundschreiben an die Mitglieder bekannt, dass man sich mit dem Unternehmen auf ein umfassendes Schlichtungsverfahren geeinigt habe. Lufthansa bestätigte eine grundsätzliche Einigung mit der VC, wollte sich aber mit Hinweis auf die vereinbarte Vertraulichkeit nicht zu Details äußern.
Es geht um mehr als Gehaltsfragen
Bei dem Schlichtungsverfahren geht es der Mitteilung der VC zufolge um offene Tariffragen bei den Flugbetrieben von Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa Cityline und Eurowings. Die Verhandlungen sollen demnach zusätzlich von einer Mediation begleitet werden. Laut VC enthält die Vereinbarung zudem definierte Ausstiegsmöglichkeiten für beide Seiten.
Genauer Gegenstand des Tarifkonflikts sind offiziell die Altersversorgung der Piloten und des Gehaltsfragen. Belastet wurde das Verhältnis zwischen VC und Lufthansa sorgt aber auch die Strategie des Vorstands, Flugzeuge und damit auch Crews in Flugbetriebe zu verlagern, in denen für die Beschäftigten weniger attraktive Tarifbestimmungen gelten.
Der Tarifstreit wurde immer härter
Der Tarifstreit zwischen Lufthansa auf der einen und VC sowie der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO war somit immer härter geworden, die VC hatte ihre Mitglieder im laufenden Jahr bereits an sieben Tagen zum Streik aufgerufen. Auch während des Festakts zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa fielen deshalb hunderte Flüge aus. Das Unternehmen bezifferte die Kosten des Arbeitskampfs auf rund 150 Millionen Euro.
Die Lufthansa legte ihrerseits im April die Regionalgesellschaft Cityline mit rund 1.300 Beschäftigten von einem Tag auf den anderen Still und verwies dabei auf die Belastung durch die Streiks von VC und UFO sowie steigende Treibstoffkosten. Zudem strich die Airline rund 20.000 Flüge für den Sommer und verlagerte andere Verbindungen auf die neue Lufthansa City Airlines. UFO sprach daraufhin von „offenem Krieg gegen die eigenen Leute“ – Gespräche mit der Lufthansa laufen aber auch hier noch.
Mit Informationen von dpa

