Ein gelblich verfärbter Himmel, diesige Luft und ein leichter Brandgeruch in der Luft: Die Folgen eines Waldbrands reichen oft weit über das eigentliche Brandgebiet hinaus. Selbst Hunderte bis Tausende Kilometer entfernt kann der Rauch die Luftqualität verschlechtern und die Gesundheit belasten, schreibt die World Health Organisation (WHO) (externer Link). Ein sicherer Mindestabstand lässt sich laut Umweltbundesamt (externer Link) nicht pauschal festlegen. Wie stark Menschen belastet werden, hängt vor allem von Windrichtung, Wetterlage und persönlicher Empfindlichkeit ab.
Warum Waldbrandrauch gesundheitsschädlich ist
Waldbrände gefährden die Gesundheit nicht nur durch Flammen und Hitze. Auch der Rauch stellt ein Gesundheitsrisiko dar. Beim Verbrennen von Vegetation und anderen Materialien entsteht ein Gemisch aus zahlreichen Gasen und Partikeln. Dazu gehören unter anderem Feinstaub, Kohlenmonoxid und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Einige dieser PAK gelten als krebserregend, fruchtbarkeitsgefährdend oder erbgutschädigend, so das Umweltbundesamt. Für die Bevölkerung bewertet das Amt die Feinstaubbelastung aber als deutlich bedeutender.
Vor allem die sehr feinen Feinstaubpartikel der Größe PM2,5 können tief in die Atemwege und bis in die Lungenbläschen vordringen. Die Partikel können Lunge und Herz-Kreislauf-System belasten, Entzündungen auslösen und oxidativen Stress auf Zellebene verursachen. Waldbrandrauch kann so Atemwegserkrankungen, Lungenentzündungen und Herz-Kreislauf-Probleme begünstigen, schreibt die Europäische Beobachtungsstelle für Klima und Gesundheit (Climate ADAPT) (externer Link). Neuere Studien (externer Link) deuten zudem darauf hin, dass Feinstaub aus Waldbrandrauch auch Migräne- und Kopfschmerzattacken begünstigen kann.
Welche akuten Beschwerden kann Waldbrandrauch auslösen?
Schon eine kurzfristige Belastung durch Waldbrandrauch kann Beschwerden verursachen. Häufig sind:
- Husten
- Kratzen im Hals
- Gereizte Augen
- Kopfschmerzen
- Atemnot oder Kurzatmigkeit
- Erschöpfung
Schwerwiegender kann es werden, wenn bereits Vorerkrankungen bestehen. Bei Menschen mit Asthma, chronischen Lungenerkrankungen oder Herzerkrankungen kann Rauch die Beschwerden verschlimmern und in schweren Fällen medizinische Notfallversorgung oder eine Krankenhauseinweisung nötig machen.
Gesundheitsschäden durch Rauch: Wer ist besonders gefährdet?
Nicht alle Menschen reagieren gleich empfindlich auf Rauch. Die WHO weist darauf hin, dass einige Gruppen besonders anfällig für gesundheitliche Folgen von Waldbrandrauch sind und sich bestehende Erkrankungen verschlimmern können. Als Risikogruppen gelten:
- Menschen mit Asthma
- Personen mit chronischen Lungenkrankheiten
- Herz-Kreislauf-Patienten
- Kinder und Säuglinge
- Ältere Menschen
- Schwangere
- Menschen mit geschwächtem Immunsystem
- Einsatzkräfte und Menschen, die im Freien arbeiten
Was tun, um eine Rauchbelastung zu reduzieren?
Wer Rauch in der Luft wahrnimmt oder von Luftqualitätswarnungen betroffen ist, sollte einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Darauf weisen unter anderem die WHO und das Umweltbundesamt hin. Dazu gehören folgende Maßnahmen:
- Aufenthalte und körperliche Anstrengungen im Freien möglichst reduzieren. Wenn ein Aufenthalt draußen unvermeidbar ist, kann eine gut sitzende FFP2-Maske die Belastung durch Feinstaub deutlich verringern.
- Fenster und Türen geschlossen halten
- aktuelle Luftqualitätswarnungen beachten
- gefährdete Personen besonders schützen
- bei Atemnot oder starken Beschwerden ärztliche Hilfe suchen
Psychische Belastung durch Waldbrände
Auch die psychische Gesundheit kann durch Waldbrände leiden. Besonders Menschen, die durch ein Feuer Angehörige verlieren oder schwere Sachschäden und Zerstörungen erleben, können noch längere Zeit danach psychisch belastet sein. Möglich sind unter anderem posttraumatische Belastungsstörungen, Depressionen und Schlafprobleme, schreibt die Climate ADAPT.

