Die Zahl ist durchaus eindrucksvoll: 4.000 Statistinnen und Statisten sucht Netflix (externer Link) für eine neue Romcom, die in ein paar Wochen unter anderem auf dem Münchner Oktoberfest gedreht werden soll. Ungefähr so viele, wie auch in ein (großes) Wiesnzelt hineinpassen. Entstehen wird der Film neben München außerdem in den Studios in Penzing, die bereits für Hollywood-Produktionen genutzt wurden.
Film-Titel und Besetzung sind noch streng geheim
Vorgaben, was Alter und Geschlecht angeht, gibt es nicht. Allerdings sollten die Kandidatinnen und Kandidaten in der Lage sein, „München und die Wiesn so zu zeigen, wie sie wirklich sind: laut, bunt, lebendig und unvergesslich“. So zumindest steht es in der Ausschreibung. An anderer Stelle ist auch von „Bayerischen Originalen“ die Rede. Und es werden ausdrücklich „Wiesn-Bedienungen“ gesucht, was nur nachvollziehbar ist. Das Kunststück, einen Strauß von Bierkrügen zu balancieren, erfordert schließlich Übung. Fraglich nur, ob Netflix ähnlich gut zahlt wie das angeheiterte Zeltpublikum.
Organisiert wird das Casting durch die Münchner Produktionsfirma Producer’s Friend. Deren Chef Marc Körber sagt am Telefon, dass auch er nicht viel mehr über das Projekt verraten dürfe. „Das meiste ist tatsächlich streng geheim“, so Körber. „Ich darf den Titel nicht sagen, den Regisseur nicht nennen und auch die internationale Besetzung nicht, aber es sind tolle Leute, die mit dabei sind.“ In jedem Fall handle es sich um eine große Produktion, die auch international vermarktet werden soll, versichert er. Andernfalls lohne sich auch der Aufwand mit 4.000 Komparsen nicht.
Schon Achternbusch drehte auf der Wiesn
Und zumindest in einer Hinsicht kann Körber schon ein bisschen mehr verraten. Schon jetzt ist nämlich offiziell, dass das Produzenten-Duo Max Wiedemann und Quirin Berg den Film verantworten wird. Bekannt wurden sie 2006 mit dem deutschen Oscar-Erfolg „Das Leben der Anderen“. Für Netflix produzierten sie in der Vergangenheit bereits die hochgelobte Serie „Dark“. Es ist also nicht das erste Mal, dass sie für den Streaming-Riesen tätig werden.
Und auch für die Wiesn wird die ganze Sache keine Premiere sein. Als Filmkulisse war das Oktoberfest immer wieder gefragt. Etwa in Herbert Achternbuschs Satire „Bierkampf“ (1976). Achternbusch torkelt darin (als „Herbert“) in einer gestohlenen Polizeiuniform über das Festgelände, klaut anderen Leuten die Brezen und trinkt aus ihren Bierkrügen. Auch hier kamen einige Statisten zum Einsatz. Gecastet wurden sie jedoch nicht. Achternbusch triezte einfach arglose Wiesn-Besucher. Gemein, aber dem Film hat es geholfen: Ihre Wut war ausgesprochen authentisch.

