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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Punkte waren ihr Markenzeichen: Yayoi Kusama gestorben
Kultur

Punkte waren ihr Markenzeichen: Yayoi Kusama gestorben

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 27. August 2026 11:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Yayoi Kusama ist gerade ein Superstar der internationalen Kunst: Über 400.000 Menschen besuchten in diesem Jahr ihre letzte Retrospektive in Köln – so viele Besucher hatte das Museum Ludwig noch nie bei einer Ausstellung gezählt.

Inhaltsübersicht
Schwierige Kindheit im KriegSchwierige Anfänge in New YorkRückkehr nach Japan und Aufenthalt in der Psychiatrie

Ein Ruhm, der lange kaum vorstellbar war. Kusama zog aus New York weg, da ihre Kunst kaum Beachtung fand. Danach lebte sie jahrzehntelang freiwillig in einer psychiatrischen Einrichtung. Jetzt wurde auf ihrer Website bekannt gegeben, dass sie am 14. August im Alter von 97 Jahren gestorben ist.

Schwierige Kindheit im Krieg

Kusama wurde 1929 im japanischen Matsumoto geboren. Ihre Familie war wohlhabend, aber wegen des Kriegs musste sie schon mit 12 Jahren in einer Fallschirmfabrik arbeiten. Es kam zu ersten Konflikten mit der Mutter, die sich eine traditionelle Rolle für ihre Tochter wünschte, also Heirat und Kinder. Kusama selbst berichtete, damals erste Halluzinationen bekommen zu haben. Malen wurde zu einer Überlebensstrategie, um mit ihren Ängsten leben zu können. Und zu einer Inspirationsquelle ihrer Kunst.

1948 begann sie ein Kunststudium, 1952 hatte sie ihre erste Einzelausstellung in ihrer Heimatstadt. Schon damals sprach sie offen über ihre psychologischen Beeinträchtigungen – was sehr ungewöhnlich war in Japan. Nachdem drei ihrer Aquarelle in Brooklyn gezeigt worden waren, zog sie erst nach Seattle und 1958 nach New York, der damaligen Kunsthauptstadt.

Schwierige Anfänge in New York

Kusama konnte dort jedoch trotz großer Anstrengungen und Förderern wie Georgia O’Keefe oder Donald Judd nur schwer Fuß fassen. Sie lebte sehr ärmlich, es gab kaum Verkäufe. Trotzdem begann sie, großformatige gegenstandlose Bilder zu malen. 1962 stellte sie bemalte Stoffphalli in einer Galerie mit führenden Vertretern der Popart aus, darunter Andy Warhol.

Wie viele Künstlerinnen wandte sie sich Mitte der 60er-Jahre der Performance zu – einer der wenigen Bereiche in der männlich dominierten Kunstwelt, in der sie gleichberechtigt wahrgenommen wurde. Sie bemalte sich mit farbigen Punkten, die „Polka Dots“ wurden später zu ihrem Markenzeichen.

Größere Bekanntheit bekam sie 1966 auf der Biennale in Venedig. Zwar war sie nicht eingeladen worden, baute aber ohne offizielle Erlaubnis ihre Installation „Narcissus Garden“, bestehend aus 1.500 spiegelnden Kugeln, vor der Ausstellungshalle auf. „Your Narcissism For Sale“ (Deine Selbstverliebtheit zum Kauf) stand auf einem Schild, Passanten konnten eine Kugel für 1.200 Lire erwerben. Die Kunstkritik sah darin eher einen Gag als ein Kunstwerk – in Basel waren im letzten Jahr die spiegelnden Kugeln ein Highlight der dortigen Kusama-Retrospektive.

Rückkehr nach Japan und Aufenthalt in der Psychiatrie

Trotz allem: Kusama war zwar Teil der Kunstwelt in New York, blieb aber eine Randfigur. 1973 kehrte sie nach Japan zurück. Auch dort dauerte es lange, bis sie erste Anerkennung erfuhr: 1993 bespielte sie den japanischen Pavillon in Venedig. 2006 erhielt sie den renommierten Praemium Imperiale für ihre Malerei.

Ihre Werke erzielen mittlerweile Millionen-Beträge. Sie arbeitete bis zu ihrem Tod weiter an ihren künstlerischen Arbeiten, obwohl sie sich 1977 wegen Panikattacken und Halluzinationen freiwillig in die Psychiatrie eingewiesen hatte, wo sie seither lebte.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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