Nachdem die Baumarktkette Hellweg im Juni Insolvenz angemeldet hat, steht nun fest, dass es für 35 der über 110 Filialen in Deutschland offenbar Käufer gibt. Die Investoren sollen die jeweiligen Standorte und die dort Beschäftigten übernehmen. Der Erwerb steht laut einer Mitteilung des Unternehmens teilweise noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben oder einer endgültigen Einigung mit den Vermietern.
Laut einer Mitteilung des Unternehmens (externer Link) werden die jeweiligen Erwerber „zu gegebener Zeit selbst über ihre Planungen für die übernommenen Standorte und die weiteren Schritte informieren“. Hellweg betreibt vor allem in Süddeutschland seine Filialen unter dem Namen „BayWa Bau & Garten“.
Betrieb läuft noch weiter
Für die übrigen Standorte laufen zwar noch Verhandlungen, sollte sich aber kein Investor finden, müssen die Märkte bis Ende November voraussichtlich schließen. Wie viele Beschäftigte betroffen sein könnten, ist bislang offen. Pro Filiale arbeiten im Schnitt 30 bis 35 Menschen.
Der Betrieb in den Filialen läuft noch weiter, die Gehälter und Löhne würden weiterhin gezahlt, den betroffenen Beschäftigten wurde laut Mitteilung aber vorsorglich gekündigt. Zwar sei bis zum Verhandlungsende die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs gesichert, heißt es, aber es sei „nicht absehbar, für welche der verbliebenen Filialen noch eine Fortführungslösung gefunden werden kann.“
Unternehmenszentrale in Garching wird geschlossen
Im Juni 2026 hatten die Unternehmen beim Amtsgericht Essen Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Als Gründe für die Schieflage nannten sie unter anderem Lieferengpässe, geopolitische Unsicherheiten, steigende Mieten sowie inflationsbedingte Kostensteigerungen. Außerdem seien die Menschen insgesamt nicht sehr kauffreudig. Am 27. August eröffnete das Gericht die Verfahren.
Zuvor war bereits bekanntgeworden, dass rund 340 Beschäftigte in den Unternehmenszentralen der beiden Ketten in Dortmund und Garching ihre Arbeitsplätze verlieren.
Die Firma Hellweg zählt 2.900 Beschäftigte, in den BayWa Bau- & Gartenmärkten arbeiten rund 1.300. Hellweg hatte die vor allem in Süddeutschland vertretene Kette „BayWa Bau & Garten“ 2012 vom Agrarhandels- und Mischkonzern BayWa übernommen und durfte sie unter dem Namen weiterführen.
Welche Standort in Bayern bleiben?
In Bayern bleiben von den BayWa-Bau- und Garten-Märkten voraussichtlich erhalten:
- Bad Tölz
- Burghausen
- Dillingen
- Grafenau
- Murnau
- Pfarrkirchen
- Poing
- Schwabmünchen
- Viechtach
- Weil
- Wolfratshausen
Keine Lösung gibt es bislang für die bayerischen Märkte in:
- Bad Kissingen (Hellweg)
- Bad Windsheim
- Bindlach
- Diespeck
- Dinkelsbühl
- Freilassing
- Fürth
- Günzburg
- Gunzenhausen
- Illertissen
- Karlstadt
- Kirchheim
- Mering
- Neuburg
- Nürnberg
- Passau
- Schrobenhausen
- Simbach
- Traunreut
- Waldkirchen
- Waldkraiburg
- Würzburg

