Die dänische Regisseurin May el-Toukhy ist für ihren Film „Woman Unknown“ mit dem Goldenen Löwen des Filmfestivals Venedig ausgezeichnet worden. Das gab die Jury bekannt. Zudem gewann die Hauptdarstellerin des Films, Mathilde Arcel, den Preis als beste Schauspielerin.
Die zweitwichtigste Auszeichnung der Filmfestspiele, der Große Preis der Jury, ging an „Possible Love“ von Lee Chang-dong. Der Dokumentarfilm „NAZA“ von Yuval Abraham und Rachel Szor über die israelischen Luftangriffe im Gazastreifen gewann den Spezialpreis der Jury. Die beiden israelischen Filmemacher Yuval Abraham und Rachel Szor zeigen in der Dokumentation anonymisierte Interviews mit 24 israelischen Geheimdienstmitarbeitern, die detaillierte Einblicke in ihre Operationen geben. Sie wurden nachts auf Dächern in Tel Aviv befragt.
Zum achten Mal in der Geschichte gewinnt eine Frau den Löwen
Die 49-jährige May el-Toukhy ist die erst achte Frau, die in der Geschichte der Filmfestspiele den Goldenen Löwen gewonnen hat. Im diesjährigen Wettbewerb waren von 21 Filmen nur zwei von Frauen, was die Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal als strukturelles Problem beschrieben hatte.
Das Historiendrama „Woman Unknown“ erzählt von der jungen Dänin Marie, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg vor der Hochzeit mit ihrem wohlhabenden Arbeitgeber steht. Ihr greifbar naher gesellschaftlicher Aufstieg wird jedoch durch ein Geheimnis bedroht: Während der Besatzungszeit hatte sie eine Affäre mit einem deutschen Soldaten. In der von Rache geprägten Nachkriegszeit setzt sie nun alles aufs Spiel, um ihre mühsam aufgebaute Existenz vor der Entlarvung zu schützen.
John Malkovich als bester Schauspieler geehrt
Der US-Amerikaner John Malkovich wurde als bester Schauspieler für den Film „Wild Horse Nine“ ausgezeichnet. Der Film erzählt von den beiden langjährigen CIA-Agenten Chris (John Malkovich) und Lee (Sam Rockwell), die 1973 kurz vor dem chilenischen Militärputsch auf die Osterinsel reisen. Auf der abgelegenen Insel werden die beiden mit ihrer Vergangenheit und persönlichen Krisen konfrontiert.
Der aus Russland stammende Ilja Chrschanowski, der heute unter anderem in Berlin lebt, bekam für „Dau“ den Preis für die beste Regie. Für das beste Drehbuch wurde Regisseur und Drehbuchautor Stéphane Brizé für „Un bon petit soldat“ geehrt, gemeinsam mit Coralie Amédéo und Olivier Gorce.
Die 83. Filmfestspiele Venedig, die am 2. September begonnen hatten, zählen neben den Filmfestspielen in Cannes zu den bedeutendsten der Welt.
Mit Informationen von dpa.

