Es gibt immer noch Geschäfte, Restaurants oder Dienstleister, die nur Bargeld akzeptieren. Das soll 2027 anders werden. Laut Plänen des Bundesfinanzministeriums sollen sie künftig auch verpflichtet sein, mindestens eine digitale Bezahlmöglichkeit anzubieten. Parallel soll Bargeld auch weiterhin akzeptiert werden. Ziel sei, dass die Kunden frei wählen können.
Ausnahmen und Härtefallregelungen vorgesehen
Nach den Plänen, die auch schon im Koalitionsvertrag stehen, sollen die Unternehmen selbst entscheiden dürfen, welches digitale Bezahlverfahren sie anbieten. Mindestens ein europäisches Verfahren müsse jedoch dabei sein. Die digitale Bezahlmöglichkeit soll auch für kleine Beträge gelten und es soll keine zusätzlichen Gebühren für die Kundschaft geben.
Ausnahmen soll es für nichtkommerzielle Organisationen wie Amateursportvereine oder Wohltätigkeitsverbände geben. Bei Dorffesten, Flohmärkten und ähnlichen Gelegenheiten packt man also besser weiter den Geldbeutel ein. Zudem soll geprüft werden, ob Härtefallregelungen nötig sind. Bisher nehmen vor allem kleinere Geschäfte, Spätis und Restaurants oftmals keine Kartenzahlung an.
Gesetzesentwurf noch dieses Jahr
Die Eckpunkte dazu liegen auf dem Tisch, jetzt werden sie mit den anderen Ministerien abgestimmt. Das Finanzministerium will den Gesetzentwurf noch in diesem Jahr ins Kabinett bringen.
Es begründet die Pläne auch mit dem Kampf gegen Steuerhinterziehung, Geldwäsche und andere Finanzkriminalität. Digitale Zahlungen würden dokumentiert und seien damit besser nachvollziehbar.
Mehr als die Hälfte aller Zahlungen digital
Im letzten Jahr haben die Deutschen ihre täglichen Einkäufe etwas häufiger digital bezahlt als mit Bargeld. Laut Bundesbank waren 55 Prozent der Transaktionen bargeldlos, der Wert steigt.
Bargeld bevorzugen vor allem ältere Menschen, Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen, niedrigem Einkommen oder geringer digitaler Erfahrung.
Mit Informationen von dpa

