Seit dem 1. September 2026 hat Apple einen neuen Chef. John Ternus, der das CEO-Zepter bei der Firma aus Cupertino von Tim Cook übernommen hat, gilt als Hardware-Experte. Der Maschinenbauingenieur ist seit 2001 bei Apple und arbeitete sich im Laufe der Jahre nach oben.
Faltbares iPhone – mit stolzem Preis
Zuletzt verantwortete er als Senior Vice President die gesamte Hardware-Linie des Unternehmens: iPhone, iPad, Mac, Apple Watch, AirPods und Vision Pro. Es ist also vielleicht gar nicht so überraschend, dass beim ersten Apple-Event des neuen Chefs auch eine Hardware-Neuerung vorgestellt wurde, die für das Unternehmen Neuland ist: ein faltbares Smartphone.
Das iPhone Duo kombiniert ein 5,4-Zoll-Außendisplay mit einem 7,6-Zoll-Super-Retina-XDR-Innendisplay, läuft auf dem A20-Pro-Chip und kostet ab 1.999 Dollar für das Basismodell mit 256 Gigabyte. Das Topmodell mit 2 TB schlägt mit über 3.000 Dollar zu Buche.
Das Knick-Problem ist nur halb gelöst
Apples zentrales technisches Versprechen war ein nahezu unsichtbarer Displayknick. Dank Nano-Textur-Beschichtung und spezieller Scharnierarchitektur ist der Knick kaum wahrnehmbar – laut ersten Hands-on-Berichten der beste unter allen aktuellen Foldables. Allerdings zeigen frühe Videos, dass Apple unter denselben Schwächen leidet wie Samsung: Aus bestimmten Winkeln ist der Knick durchaus sichtbar.
Das Duo ist 254 Gramm schwer und 5,2 Millimeter dick. Zum Vergleich: Das Galaxy Z Fold 8 aus dem Hause Samsung ist 53 Gramm leichter und 100 Dollar günstiger. Apples Vorteil liegt in der Software-Hardware-Integration: Das Unternehmen kann das Foldable-Erlebnis als natürliche Erweiterung des eigenen Produkt-Ökosystems präsentieren und damit seine große und langjährig treue Nutzerbasis ansprechen.
Für Linkshänder nicht praktisch
Wer sich mit dem neuen iPhone allerdings etwas schwer tun könnte, sind Linkshänder. Das iPhone Duo ist von Grund auf für Rechtshänder konzipiert. Das Scharnier sitzt links, alle physischen Tasten befinden sich auf der rechten Seite. Auf dem Innendisplay zeigt Apple in seinen Werbematerialien Dock, Widgets und Navigation konsequent rechtsseitig.
Linkshänder kritisieren auf Social Media, dass die Tastenanordnung und die stark rechtslastige UI-Platzierung des Innenscreens ein echtes Problem sei. Ein cleverer Proximity-Sensor, der erkennt, mit welcher Hand man das Gerät hält, und die Oberfläche entsprechend dreht, wäre technisch simpel gewesen, so die Kritik. Rund zehn Prozent der Weltbevölkerung sind Linkshänder.
Die Marktfrage
Foldables machen bislang nur einen Bruchteil der globalen Smartphone-Verkäufe aus. Apples Markteintritt könnte ihnen potenziell Massenanziehungskraft verleihen, die sie bisher vermissten. Analysten der IDC prognostizieren, Apple werde im ersten Jahr 22 Prozent der Foldable-Stückzahlen und 34 Prozent des Marktwertes auf sich ziehen – während gleichzeitig der Gesamtmarkt 2026 um knapp 30 Prozent wachsen könnte. Massenware wird das Duo trotzdem nicht: Bei 2.000 Dollar Einstiegspreis bleibt es ein Gerät für Enthusiasten.
Sind faltbare Smartphones die Zukunft?
Apple hat die Foldable-Kategorie nicht neu erfunden. Viele der angekündigten Features sind erfahrenen Samsung-Nutzern längst vertraut. Aber die Firma aus Cupertino könnte eines der bislang ausgereiftesten Produkte in dieser Kategorie liefern: durchdachtere Software, vertrauteres Gefühl, stärkeres Ökosystem.
Ob das die Zukunft des Smartphones ist? Für die breite Masse noch nicht. Aber es ist das stärkste Argument, das Foldables je hatten. Vorbestellungen starten am 16. Oktober, Auslieferung ab 23. Oktober.

