Am Dienstag der vergangenen Woche hatte sich ein großer Felssturz an der 2.962 Meter hohen Zugspitze ereignet – in unzugänglichem Gelände. Der Felssturz setzte sich den ganzen Tag über fort und wirbelte eine weithin sichtbare Staubwolke auf. Der Lehrstuhl für Hangbewegungen der Technischen Universität München hat das Ereignis nun untersucht. Zum Einsatz kamen unter anderem seismische Daten und Drohnenaufnahmen.
Drohnen zeigen Ausmaß des Felssturzes
Nach einem weiteren Drohnenflug am Freitag konnten die Forscher das Ausmaß des Abbruchs zuletzt genauer bestimmen. Das Volumen des Felssturzes beträgt demnach 13.800 Kubikmeter. Die Ausbruchsnische ist etwa 100 Meter hoch und 40 Meter breit. Die Abbruchfläche umfasst rund 4.000 Quadratmeter und ist etwa 80 Grad steil. Der Felssturz ging in einer Höhe von ungefähr 2.800 Metern über dem Meeresspiegel ab.
Felssturz im Bereich des Permafrosts
Besonders interessant für die Forscher ist die Höhenlage. Sie entspricht dem lokalen Randbereich des Permafrosts im Zugspitzmassiv. Permafrost bedeutet, dass der Untergrund dauerhaft gefroren ist. Im Fels kann Eis in Rissen und Spalten sitzen. Wenn sich die Temperaturen verändern und das Eis auftaut, kann das die Stabilität des Gesteins beeinflussen.
Professor Michael Krautblatter vom TUM-Lehrstuhl für Hangbewegungen verweist auf Messungen im nahegelegenen Kammstollen. Der Stollen liegt wenige hundert Meter entfernt auf etwa derselben Höhe. Dort beträgt die Felstemperatur derzeit minus 0,7 Grad: „Im Kammstollen sehen wir, dass die große Hitzewelle vom Sommer jetzt erst in diesen Tiefen von mehreren Metern richtig ankommt. Das dauert eine gewisse Zeit, bis sich diese Wärme durch das gesamte Gestein durchpaust.“

