Tickets für den öffentlichen Nahverkehr werden im nächsten Jahr für viele teurer. Mehrere große Verkehrsverbünde haben Preissteigerungen angekündigt, unter anderem in München und Nürnberg. In München steigen die Preise im Schnitt um knapp fünf, in Nürnberg um fast sechs Prozent.
Preiserhöhung: Streifenkarte in München, Einzelfahrkarte in Nürnberg
Im Großraum München liegt die Preiserhöhung zum 1. Januar 2027 bei durchschnittlich 4,9 Prozent, wie der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) mitteilte. Die Anpassung erfolgt, um die gestiegenen Betriebskosten, insbesondere für Treibstoffe, aufzufangen. Dabei bleibt der Preis fürs Einzelticket stabil, nur die Mehrfahrtenkarten werden teurer. Die sogenannte Streifenkarte für die Zone M kostet ab Januar 21 Euro statt wie bisher 18,70 Euro. Die digitale Variante wird hingegen für 19,50 Euro angeboten. Auch die Monatskarten werden teurer. Der Preis für das 365-Euro-Ticket für Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende bleibt dagegen unverändert.
Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) hebt die Preise um durchschnittlich 5,86 Prozent an. Das betrifft nur Einzelfahrkarten bestimmter Preisstufen. Die Erhöhungen bewegen sich den Angaben zufolge zwischen 10 und 20 Cent.
Fahrten im ÖPNV auch in anderen deutschen Städten teurer
Ab kommendem Jahr werden auch in anderen deutschen Metropolen die Preise im Nahverkehr angehoben. Pendlerinnen und Pendler im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zum Beispiel trifft das mit etwa 3,72 Prozent höheren Fahrpreisen. Auch in Hamburg wird der Nahverkehr etwas teurer, allerdings betrifft das laut Hamburger Verkehrsverbund (HVV) nur wenige Tickets. Auch in Nordrhein-Westfalen steigen die Preise im Nahverkehr teils deutlich: Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) meldet eine Erhöhung um durchschnittlich 4,9 Prozent.
Als Grund für die steigenden Preise nennen auch diese Verbünde vor allem die gestiegenen Betriebskosten und die angespannte wirtschaftliche Lage.
Deutschlandticket: Preis steigt auf 66,80 Euro
Zum 1. Januar 2027 steigt der Preis des Deutschlandtickets von 63 auf 66,80 Euro im Monat. Damit greift erstmals der von der Verkehrsministerkonferenz der Länder beschlossene Preisindex. Grundlage der Preiserhöhung um 3,80 Euro sind Personal-, Energie- und sonstige Kosten, die anhand einer speziellen Formel berechnet wurden. Der rabattierte Preis des Jobtickets beträgt vor Abzug des Arbeitgeberzuschusses 63,46 Euro. Für das Deutschlandsemesterticket werden ab dem Wintersemester 2027/28 rechnerisch 40,08 Euro monatlich angesetzt.
Das Deutschlandticket ist bundesweit gültig und ermöglicht Fahrten im ÖPNV der teilnehmenden Verkehrsunternehmen. Es können also so gut wie alle Busse und Bahnen des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs in ganz Deutschland genutzt werden. Ausgenommen sind der Fernverkehr (zum Beispiel IC, EC, ICE), private Anbieter wie FlixTrain oder FlixBus sowie Fahrten in der ersten Klasse.
Mit Informationen von dpa.

