Technik ist oft veraltet
Die Schwachstelle, die Hacker seit geraumer Zeit ausnutzen, scheint nach bisherigen Erkenntnissen weniger in den Kühltruhen selbst zu stecken als in der Regeltechnik. Die stammt in den meisten Fällen vom dänischen Hersteller Danfoss oder vom US-amerikanischen Unternehmen Copeland.
Sicherheitsforscher bestätigen, dass die Regel-Technik dabei häufig veraltet ist und für die eingesetzten Programme gar keine Sicherheitsupdates mehr zur Verfügung stehen. Wenn aber die Lücken in der Software einmal bekannt sind, haben Hacker leichtes Spiel.
Es gibt seit Wochen Warnungen
Das in Deutschland zuständige Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hatte schon am 13. Oktober dringend empfohlen, den direkten Zugriff aus dem Internet auf Steuerungssysteme zu kappen und sogenannte virtuelle private Netzwerke (VPN) zu nutzen. Die Behörde hat ihre Warnung nun noch einmal erneuert (externer Link). Viele Supermärkte waren dieser Empfehlung auch bereits gefolgt. Laut Experten sind aber auch immer noch reihenweise ungeschützte Schnittstellen im Netz (externer Link) zu finden.
Wie groß ist das Problem in Deutschland?
Die Handelsketten informieren nur sehr spärlich über eventuelle Zwischenfälle. Auf den Internetseiten von Edeka, Rewe oder Aldi-Süd ist dazu an prominenter Stelle nichts zu finden. Auf BR24-Anfrage räumte Edeka ein, dass es in einem Markt zu einem Vorfall gekommen ist, ohne allerdings den Ort genau zu benennen. Rewe teilte uns mit, dass es im nordrhein-westfälischen Raesfeld einen Cyberangriff auf einen Supermarkt gegeben habe.
Ein komplettes Bild, wie sehr Deutschland aktuell betroffen ist, fehlt. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik will das Problem nicht zu groß darstellen. Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei nicht gefährdet, heißt es in der aktuellen Mitteilung.
Einzelhandelsverband: Keine französischen Verhältnisse erwartet
Verglichen mit den Attacken in Frankreich vor ein paar Wochen ist das Ausmaß der Hackerattacken hierzulande überschaubar, wie der Pressesprecher des Einzelhandelsverbandes HBE, Bernd Ohlmann, erklärt. In Frankreich waren hunderte Supermärkte betroffen. Ohlmann räumt aber auch ein: „Der Einschlag ist nähergekommen.“
Gleichzeitig ist er zuversichtlich, dass man die Probleme hierzulande in Griff behalten wird. Die in deutschen Märkten eingesetzte Software sei weniger veraltet, so der Handelsverbands-Sprecher. „Wir werden keine französischen Verhältnisse bekommen.“

