„Ali G: Who Iz I?“ beginnt mit einem Zitat des Philosophen Voltaire: „Wer dich veranlassen kann, Absurditäten zu glauben, bringt dich dazu, Ungeheuerlichkeiten zu begehen.“ Der brisante Inhalt der neuen Mockumentary wird damit auf den Punkt gebracht.
Wie Ali G zur Kultfigur wurde
Ali G ist eine der vielen Kunstfiguren des britischen Komikers Sacha Baron Cohen. Ein Möchtegernrapper, der Englisch im Ghetto-Slang spricht und bunte Jogging-Anzüge, Goldketten sowie eine markante Sonnenbrille trägt. In den Nullerjahren ist Ali G mit einer Fernsehsendung berühmt geworden, in der er Persönlichkeiten wie den späteren US-Präsidenten Donald Trump oder den Kultphilosophen Noam Chomsky aufs Korn nahm.
Worum es in „Ali G: Who Iz I?“ geht
Den neuen Ali-G-Film kann man bei Amazon streamen. Lange führte er dort die Charts an. Die Handlung: Ali G kehrt mit seiner schwangeren Freundin nach 20 Jahren Pause zurück in die USA – um an einem Comeback als TV-Star zu arbeiten. Dort muss er sich auch gegen Kritiker behaupten, die finden, die Figur habe im Jahr 2026 keinen Platz mehr in der Medienlandschaft. Wie für Baron-Cohen typisch, ist auch „Ali G: Who Iz I?“ – ähnlich wie seine früheren Filme „Borat“ oder „Brüno“ – eine Mockumentary. Schauspieler als Kunstfiguren treffen auf echte Menschen. Die Realität wird mit ausgedachten Geschichten konfrontiert.
Boykottaufrufe im Vorfeld von „Ali G: Who Iz I?“
In den Medien hat der Film bislang vor allem eine Debatte darüber ausgelöst, ob Ali G aus der Zeit gefallen ist. Vor der Veröffentlichung hatte es Boykottaufrufe gegeben: Baron Cohen dürfe sich so nicht mehr über Schwarze lustig machen. In „Ali G: Who Iz I?“ wird dabei dagegen erneut deutlich, dass Sacha Baron Cohen Ali G gar nicht die Schwarze Community parodieren will, sondern weiße Kids, die auf Gangster machen.
Sacha Baron-Cohen als Ex-Mossad Agent
Der eigentliche Zündstoff des Films versteckt sich in der zweiten Hälfte. Hier führt Sacha Baron-Cohen eine weitere fiktive Figur ein: Den Ex-Mossad-Agenten Erran Morrad, ebenfalls gespielt von Baron-Cohen. Um Ali G das Handwerk zu legen, rekrutiert der falsche Agent eine Handvoll echter Trumpisten. Die wissen nichts von der Mockumentary und glauben, hier würde eine echte Dokumentation mit einem echten Ex-Mossad-Mann über illegale Migration gedreht. Unter ihnen befindet sich dabei auch ein Vorsitzender der republikanischen Partei eines US-amerikanischen Countys.
Die neuen Rekruten werden von Erran Morrad dabei nach Strich und Faden verarscht. Ali G sei ein mexikanischer Drogenbaron, der bereits 140.000 Kinder gezeugt habe, so die Geschichte. Wenn es ihm nun gelingt, das Baby seiner neuen Freundin auf amerikanischem Boden auf die Welt zu bringen, würden alle seiner Nachkömmlinge automatisch US-Staatsbürger.
Republikaner kündigt rechtliche Schritte an
Ob die Republikaner das glauben, sei hier nicht gespoilert. Nur so viel: Ein betroffener Politiker hat bereits rechtliche Schritte gegen Sacha Baron Cohen angekündigt und ihn als „Lügner“ bezeichnet. Und das, wozu der Ali-G-Film die Republikaner am Ende bringt, ist tatsächlich monströs. Voltaire und Hip-Hop haben selten so gut zusammengepasst: „Wer dich veranlassen kann, Absurditäten zu glauben, bringt dich dazu, Ungeheuerlichkeiten zu begehen.“

