Musik prägt die Zwillinge Bill und Tom schon in der Kindheit: Bill singt, Tom spielt Gitarre, unterstützt vom Stiefvater. 2001 treffen die Zwölfjährigen bei einem Auftritt auf Gustav Schäfer und Georg Listing, daraus entsteht die Band Devilish. Bei einer Castingshow wird Produzent Peter Hoffmann auf Bill aufmerksam, wird Manager – und Devilish wird zu Tokio Hotel. Nach „Durch den Monsun“ gibt es kein Halten mehr: Aus der Magdeburger Schülerband wird ein globales Phänomen.
Bei öffentlichen Auftritten stehen Bill und Tom im Vordergrund. Der Hype ist enorm: Zum ersten Album spielen sie in der Schweiz und Russland, zum zweiten touren sie durch Europa und die USA, zum dritten durch Asien. Fans campen vor Hallen, um ihnen nahe zu sein. Mit dem Erfolg wächst aber auch der Hass. In seinem Buch beschreibt Bill ein Konzert in Zürich, bei dem Menschen Steine und Flaschen auf die Bühne werfen.
Einbruch im Haus der Kaulitz-Brüder
Im September 2010 dann der Wendepunkt: Während Bill und Tom ihren Geburtstag in Dänemark feiern, wird in ihr Haus in Magdeburg eingebrochen. Gestohlen wird zwar nichts, aber ihre Privatsphäre ist zerstört: persönliche Sachen, Unterwäsche, Fotos und Songtexte liegen verstreut. Bill erinnert sich: „Ich wusste, ich kann da jetzt nicht noch eine Nacht schlafen.“ Sie ziehen die Konsequenz: Bill und Tom verlassen Deutschland und ziehen nach Los Angeles. Rückblickend sagt Bill: „Wir sind also erst mal vor unserem Erfolg und vor unseren Fans (…) weggelaufen. Wir brauchten eine Pause.“ In L.A. führen sie zunächst ein zurückgezogenes Leben.
2013 tauchen sie wieder auf: Sie sitzen neben Dieter Bohlen und Mateo von Culcha Candela in der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“. Neue Songs erscheinen, einige schaffen es wieder in die Top 10. Bill startet als Billy eine Solo-Karriere, veröffentlicht aber nur eine EP. Der große Karriere-Boost bleibt zunächst aus.

