Der ARD-Musikwettbewerb (externer Link) feiert 75-Jähriges Bestehen. In den Fächer Orgel, Fagott, Schlagzeug und Streichquartett ringen rund 180 Kandidaten um die begehrten Preise. An diesem Sonntag begann der Wettbewerb mit der Königin der Instrumente, der Orgel.
„Ich weiß von dem Wettbewerb seit langer Zeit,“ sagt der 27-jährige William Fielding. Jetzt hat sich der Traum des englischen Organisten erfüllt, daran teilzunehmen. Das abgewetzte Leder an seinen Orgelschuhen zeugt von intensiver Vorbereitung seines Programms. Als zweiter Kandidat von 20 Teilnehmern im Fach Orgel spielt er im großen Saal der Münchner Musikhochschule in der ersten Runde.
ARD-Musikwettbewerb für München wie Berlinale für Berlin
15 Jahre war die Orgel nicht mehr beim ARD-Musikwettbewerb aufgerufen. Mit Fagott und Schlagzeug sind zwei Kategorien dabei, die nur alle sieben Jahre auf dem Programm stehen. Nur die Kategorie Streichquartett als besonders beliebtes Ensemble-Fach kommt häufiger vor. Für Meret Forster, künstlerische Leiterin des Wettbewerbs ist es eine große Freude, dass zum 75-Jährigen Bestehen ein solche Bandbreite möglich ist.
„Also ich wünsche mir, dass der ARD-Musikwettbewerb zum Münchner Kunst- und Kulturleben dazugehört, wie die Berlinale zu Berlin, wie die Frankfurter Buchmesse zu Frankfurt oder die Leipziger Buchmesse zu Leipzig“, sagt Forster. „Und das soll möglichst die Stadtgesellschaft auch so wahrnehmen.“
Neben musikalischem Können wichtig, sichtbar zu sein
Viel hat sich verändert in der Geschichte des ARD-Musikwettbewerbs. Für die meisten Kandidaten, die hier um die begehrten Preise wetteifern, ist klar: neben dem musikalischen Können ist es wichtig, als Künstler sichtbar zu sein. „Das ist, glaube ich, sowieso so, dass die junge Generation, sich schon sehr früh um digitale Präsenz kümmert“, so Forster.
Programm stetig erweitert
Seit 2016 leitet Forster den ARD-Musikwettbewerb. Das im Wettbewerb geforderte Programm hat sie stetig erweitert: Sie hat Werke hinzugenommen, die selten zu hören sind, von Komponistinnen zum Beispiel oder aus dem zeitgenössischen Repertoire. Johannes Schwarz vom Frankfurter Ensemble Modern freut sich darüber. Er ist Jury-Mitglied in der Kategorie Fagott.
„Ich freue mich sehr auf den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen“, sagt Schwarz. Er sei in dem zeitgenössischen Bereich tätig, die Kolleginnen und Kollegen eher im klassischen. „Wir kommen international zusammen. Ich finde das klasse.“
Wie die Olympischen Spiele
Den Vorsitz Im Fach Schlagzeug hat Martin Grubinger, ein Star seines Instrumentes. Der ARD-Musikwettbewerb sei ein ganz besonderer für sein Fach, für das es wenig andere seiner Art gebe. „Für uns Schlagzeuger sind das die Olympischen Spiele“, so Grubinger. „Es ist der Moment alle sieben Jahre.“
Zwei Wochen läuft der Wettbewerb. Die Runden sind öffentlich. Der Eintritt für die erste und zweite ist frei. Der Ticketverkauf für die Finalrunden läuft.
Er habe ein spezielles Ziel, sagt Organist William Fielding. „Wenn ich beim ARD-Wettbewerb gewinne, kann ich internationaler Konzertsolist werden.“ Ob sich das Tor dahin öffnet, werde sich jetzt zeigen.

