Der Kanadier Jon Klassen erhält den diesjährigen Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis. Das gab Boel Westin, Vorsitzende des Auswahlkomitees, am Dienstagnachmittag in der schwedischen Hauptstadt Stockholm bekannt. Klassen eröffne „neue Perspektiven auf unseren Platz im Universum“, so die Begründung der Jury.
Klassen bekam 2013 schon Deutschen Jugendliteraturpreis
Außerdem stelle der Autor mit Präzision, Feingefühl und feinem Humor die Herausforderungen des Lebens stets durch das Zusammenspiel von Farbe und Form dar, hieß es weiter. Der 1981 geborene Klassen Klassen ist Illustrator und Schriftsteller. Für sein Bilderbuch „Wo ist mein Hut“ (NordSüd Verlag) erhielt er 2013 den Deutschen Jugendliteraturpreis.
Der Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis ist die weltweit höchstdotierte Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur. Die schwedische Regierung stiftete ihn im Jahr 2002 nach dem Tod der weltberühmten Kinderbuchautorin, die unter anderem Pippi Langstrumpf, Madita und Michel aus Lönneberga erschuf.
Preisgeld von 460.000 Euro
Das Preisgeld beträgt fünf Millionen schwedische Kronen, umgerechnet gut 460.000 Euro. Ziel der Preisstifter ist es nicht nur, Literatur zu fördern, sondern auch Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Büchern und Geschichten zu ermöglichen.
In diesem Jahr wurden insgesamt 263 Autoren, Illustratoren, Geschichtenerzähler oder Leseförderer aus 74 Ländern nominiert. Auf der Vorschlagsliste aus Deutschland standen der Schriftsteller Andreas Steinhöfel sowie vier Illustratoren: Axel Scheffler, Mehrdad Zaeri, Nikolaus Heidelbach und Torben Kuhlmann.
Bislang nur ein Deutscher ausgezeichnet
Bei der erstmaligen Verleihung im Jahr 2003 wurden der amerikanische Kinderbuchautor Maurice Sendak und die Österreicherin Christine Nöstlinger ausgezeichnet. Der einzige deutsche Preisträger ist Wolf Erlbruch (2017), der mit „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ einen Bilderbuchklassiker geschaffen hat.

