Wenn Tech-Milliardäre in Filmen, Fernsehen und Videospielen auftauchen, sind das Bösewichte. Auf dieses Rezept scheinen sich die Hollywood-Autoren derzeit einigen zu können. Beispiele gibt es viele: In der Amazon-Serie „Fallout“ treten Milliardäre einen Atomkrieg los, um Bunker und Roboter für die Postapokalypse zu kaufen.
Serie „Paradise“: Eine Tech-Milliardärin als Bösewicht
Auch Disneys Serienhit „Paradise“ zeigt eine böse Tech-Milliardärin, genannt „Sinatra“. In einem herannahenden Atomkrieg baut sie eine digitale Bunkerstadt für die wohlhabendsten und einflussreichsten Menschen, über die sie dann herrscht. In „Alien: Earth“ sehen wir außerdem den größenwahnsinnigen Tech-Billionär Boy Kavalier. Sein fieser Plan: die berühmten Aliens zu biologischen Waffen machen.
Tech-Bros: Von Bond bis „Teufel trägt Prada“
Auch das neue James-Bond-Spiel „007: First Light“ fährt in bester Bond-Tradition mit einem Tech-Milliardär als Schurken auf. Aber Tech-Milliardäre sind inzwischen nicht mehr nur bei Bond die Bösewichte. Sogar in Komödien sind sie es mittlerweile. Eine zentrale Figur im neuen „Der Teufel trägt Prada 2“ ist Benji Barnes. Der Milliardär will mit einer Rakete namens „Ikarus“ zur Sonne fliegen, das Modemagazin Runway aufkaufen und alle Jobs durch KI ersetzen.
Marvel macht Iron Man zu Doctor Doom
Auch Marvel nimmt eine Kurskorrektur vor. Früher rettete der Tech-Bro Iron Man mit neuen Technologien die Welt. Robert Downey Jr. durfte sogar den Heldentod im Kampf gegen Thanos sterben. Nach sieben Jahren Pause kommt der Schauspieler jetzt ins Marvel Cinematic Universe zurück, aber als als Doctor Doom. Der ist genau wie Iron Man eine Art Tech-Bro mit technologisch fortschrittlichem Waffenarsenal. Aber Doctor Doom will die Welt nicht retten, sondern unterjochen. „Avengers Doomsday“ kommt Weihnachten ins Kino.
Schlechte Zeiten für Tech-Milliardäre in Film und Fernsehen?
Aktuell sind neun der zehn reichsten Menschen der Welt Tech-Milliardäre. Nur Bernard Arnault, der Luxus-Imperator, fällt aus der Reihe. Während deren Gesamtvermögen immer weiterwächst, leidet die Bevölkerung immer stärker an den weltweiten Krisen: Hunger, Kriege, Naturkatastrophen. Da liegt die Rolle des Milliardärs als Bösewicht nahe.
Elon Musk, der Bond-Bösewicht aus der echten Welt?
Auch der reichste Mann der echten Welt, Elon Musk, steht für schurkisches Verhalten in der Kritik. In der ARD-Doku „Elon Musk Uncovered – das Tesla Experiment“ erzählen Ex-Mitarbeiter, dass Musk mit Tesla jahrelang selbst fahrende Autos propagierte und verkaufte, die Autos die versprochenen Features aber noch gar nicht anwenden konnten. Zahlreiche Menschen verunglückten und starben.
Anti-Tech-Bro-Aktivist sammelt diabolische Beweise
Auch Social-Media-Aktivist Pano Dime postet 2026 jeden Tag problematische Zitate von Tech-Bros auf Instagram. Zum Beispiel einen Clip von Palantir-CEO Alex Karp, der offen äußert, wie fasziniert er von deutscher Kultur – und von Neonazis ist. „Ich habe viel Zeit damit verbracht, mit Nazis zu sprechen. Echten Nazis“, sagt Karp da. Ein weiterer Clip, den Dime gepostet hat, zeigt Open-AI-Chef Sam Altman (Chat GPT). „Ich glaube, dass KI höchstwahrscheinlich das Ende der Welt herbeiführen wird“, sagt der. Bis dahin werde es aber noch viele neue, auf maschinelles Lernen spezialisierte Unternehmen geben.
Was Hollywood weglässt
Die Hollywood-Karikatur des wahnsinnig gewordenen Gründers, der die Welt ins Chaos stürzt, lässt allerdings auch Wichtiges weg. Ein Tech-Bro wird zum Beispiel meist nicht der mit fiesen Plänen, sondern der mit reichen Eltern. Oder der, der Steuern umgeht und seinen Mitarbeitern nur Mindestlohn zahlt. Die Systeme, die Milliardäre hervorbringen, sind in Hollywood anders als Tech-Bros und Tech-Sisters, aber fast nie die Bösewichte.

