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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Musiker mit politischen Ambitionen: Kinky Friedman ist tot
Kultur

Musiker mit politischen Ambitionen: Kinky Friedman ist tot

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 28. Juni 2024 10:49
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Mit seinem Sarkasmus und schwarzen Humor wurde er zum Kult-Musiker: ein Outlaw der Country-Szene, der auch immer in Deutschland gern gesehen wurde – wozu er eine typische Bemerkung auf Lager hatte: „Die Deutschen sind meine zweitliebsten Menschen, die ersten alle Anderen“. Krimi-Fans kennen „Kinky“ Friedman als Detektiv in den Fußstapfen der Chandler-Romane. Nebenbei engagierte sich der Musiker auch immer politisch: kämpfte gegen die Todesstrafe in Texas und kandidierte dort 2006 als Gouverneur. Am Mittwoch ist „Kinky“ Friedman im Alter von 79 Jahren seiner Parkinson-Erkrankung erlegen.

Inhaltsübersicht
Politisch, aber kein Freund der politischen KorrektheitSeine Krimis spielen in New York

Politisch, aber kein Freund der politischen Korrektheit

1944 in Chicago als Sohn russisch-jüdischer Immigranten geboren, wuchs Richard Friedman in Texas auf und verschrieb sich diesem Bundesstaat mit seiner Musik und viel politischem Engagement: Mit seiner Country-Band „The Texas Jewboys“ landete er Hits wie „Get Your Biscuits in the Oven and Your Buns in the Bed“, in dem er Frauen ermahnt, statt wie Männer Karriere anzustreben und beim Psychiater zu landen, an den Herd und ins Bett zu gehen. Damit erntete er heftige Kritik von US-amerikanischen Frauenverbänden, die ihm Sexismus vorwarfen. Political Correctness war gar nicht sein Ding.

Aber weil ihm seine Heimat Texas am Herzen lag, engagierte sich „Kinky“ Friedman immer wieder politisch: zum einen gegen die Todesstrafe, die in Texas so oft wie sonst nirgends in den USA vollstreckt werde. Bei seiner Kampagne gegen die Todesstrafe habe er den Christen gesagt, sie sollten aufhören, Menschen umzubringen. „Entschuldigt, dass ihr das von einem Juden hören müsst. Aber erinnert Euch dran: Von einem Juden habt ihr es auch zum ersten Mal gehört“, so Friedman trocken, sarkastisch 2015 bei einem Interview mit der ARD.

Insgesamt sah er stets viel Optimierungspotenzial in den USA. „Das amerikanische System ist verrottet und arbeitet nicht für die Menschen. Das Volk könnte auch direkt die Lobbyisten, ohne den Umweg über die Politiker, wählen“, kritisierte er damals und schlug vor, die Amtszeit aller Politiker grundsätzlich auf zwei Amtszeiten zu begrenzen: „Eine im Amt und eine im Gefängnis.“

Seine Krimis spielen in New York

Seine Kriminalromane – angefangen von „Greenwich Killing Time“ (1986) – siedelt Friedman allerdings in New York, nicht in Texas an. Aber autobiografisch grundiert sind sie trotzdem deutlich: Der Ich-Erzähler und Detektiv war früher auch Country-Sänger und trägt deutlich seine Züge. Dabei war er ein großer Fan von Schriftsteller Raimand Chandler: Der habe ihm gezeigt, dass das Wichtige zwischen den Zeilen steht.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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