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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Nachrichtenflut im Netz: Wie kann ich mich schützen?
Kultur

Nachrichtenflut im Netz: Wie kann ich mich schützen?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 13. Oktober 2025 00:47
Von Uta Schröder
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Durchschnittlich zweieinhalb Stunden pro Tag verbringt jeder Deutsche laut Branchenverband Bitkom am Smartphone: Nachrichtenlesen, Soziale Medien checken oder selbst Inhalte publizieren. Eine Flut von Informationen, die man empfängt, verschickt oder selbst produziert.

Stundenlanger Medienkonsum macht krank

Der stundenlange Medienkonsum verursacht häufig nicht nur Stress, sondern macht auch krank. Deshalb hat die Caritas der Diözese Augsburg ihre Suchtberatung ausgeweitet. Die Beraterinnen und Berater bilden sich aktuell zum Thema Mediensucht fort. Suchttherapeut Niels Pruin berät bei der Caritas Internetsüchtige und Angehörige, wie sie mit der Informationsflut im Netz besser umgehen können. Niels Pruin stellt fest, dass viele erstmal wegen anderer Probleme kommen, wie beispielsweise Alkoholsucht, Drogensucht, Einsamkeit oder Depressionen. In der Beratung stellt sich dann oft schnell heraus, dass bei seinen Klienten auch das Thema Mediensucht immer häufiger eine große Rolle spielt.

Niels Pruin ist auch an Schulen unterwegs und leistet Präventionsarbeit für einen gesunden Umgang mit Medien. In Zeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) wird die verantwortungsbewusste Nutzung von digitalen Inhalten noch wichtiger: vor allem für Kinder. Er stellt fest, dass Kinder inzwischen weniger Freunde oder Sport vermissen, sondern die KI, mit der sie kommunizieren. „Sie erzählen mir, dass sie jeden Tag ChatGPT brauchen und es auch vermissen, wenn sie es nicht haben.“ Kinder und Jugendliche würden heute seltener lernen, mit negativen Emotionen wie Traurigkeit, Enttäuschungen, Streit oder Langeweile umzugehen. Der Grund: „Ihre Bedürfnisse werden vom Internet sofort passgenau befriedigt.“

Eine schwierige Situation, auch für die Eltern. Pruin empfiehlt: Das Wichtigste sei, den eigenen Kindern ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit zu vermitteln. „Sie sind die Eltern, sie sind das Basiscamp für die Kinder“, appelliert Pruin bei einer Veranstaltung in einer Grundschule in Füssen-Schwangau. Sicherheit und Geborgenheit meint hier, den Kindern Orientierung zu geben und ihnen ein Vorbild zu sein. Dazu gehört beispielsweise, sich als Eltern auch an die Regeln zu halten, die man mit dem Kind vereinbart hat, oder ihnen vorzuleben, dass Hobbys wie Sport oder Musik im realen Leben einen höheren Stellenwert haben sollten als die digitale Welt.

Niels Pruin empfiehlt, Kinder in der digitalen Welt zu begleiten und nicht alleine zu lassen, mit ihnen über Inhalte zu sprechen, diese kritisch zu hinterfragen und im Gespräch Leitplanken festzulegen, beispielsweise welche Apps genutzt werden dürfen und wie lange die Kinder am Handy sein dürfen. „Wenn man im Straßenverkehr, in der realen Welt ist, nimmt man das Kind ja auch an die Hand, und zeigt, wie man sich dort bewegt. Die virtuelle Welt, wo sich die Kinder auch aufhalten, ist eine Welt für sich. Deshalb braucht es einen bewussten Umgang mit dem Smartphone.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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