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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Neue „Bridgerton“-Staffel: Immer wieder die gleiche Geschichte
Kultur

Neue „Bridgerton“-Staffel: Immer wieder die gleiche Geschichte

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 29. Januar 2026 14:48
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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Es geht wieder zurück in die bunte Welt prunkvoller Kostüme, opulenter Bälle und feiner Machtspielchen. Denn die Historienromanze „Bridgerton“ kehrt mit Staffel vier zurück. Dabei wieder im Zentrum: eines der wohlhabenden Bridgerton-Geschwisterkinder im heiratsfähigen Alter. Diesmal ist ein Fan-Favorit an der Reihe: Benedict Bridgerton, gespielt von Luke Thompson. Laut Romanvorlage hätte er seinen großen Auftritt schon in der letzten Staffel haben müssen. Doch nicht immer hält sich die Serie an die literarische Vorlage. „Bridgerton“ übernimmt aus der achtteiligen Romanreihe von Julia Quinn vor allem eines: die Romanzen.

Inhaltsübersicht
Cinderella im „Bridgerton“-GewandMission: „Bridgerton“ als bunte Alternativ-RealitätDie Story braucht ein dringendes Update

Cinderella im „Bridgerton“-Gewand

Jetzt trifft es also auch Benedict, den künstlerischen Freigeist der Familie, der sich eigentlich immer entschlossen den Zwängen seines Standes widersetzen wollte. Außerdem hatte er doch gerade eben seine sexuelle Freiheit, inklusive bisexueller Erfahrungen, entdeckt. Mit dem Ruf ein „Lüstling“ zu sein, kommt er klar, weniger mit dem sozialen Heiratsdruck und den oberflächlichen Damen der High Society.

Doch die geheimnisvolle Frau, die er auf einem Maskenball trifft, ist anders. Ganz bei sich, nicht einmal tanzen kann sie, obwohl das zum guten Ton gehört – das fasziniert Benedict. Dann, um Mitternacht, verschwindet sie plötzlich. Zurück bleibt kein Schuh, dafür ein Handschuh. Was er nicht weiß: Die Unbekannte, Sophie Paek, gespielt von der australisch-südkoreanischen Schauspielerin Yerin Ha, ist Bedienstete – von der verwitweten, adeligen Stiefmutter in ein Zofen-Leben gedrängt, eine klassische Cinderella-Story. Und spätestens ab da lässt sich erahnen, wie die Handlung weitergehen wird. Innovative Plots waren ja ohnehin nie die Stärke von Bridgerton.

Mission: „Bridgerton“ als bunte Alternativ-Realität

Deutlich spannender ist, wie „Bridgerton“, die Serie, anders als die Romane, eine alternative Realität entwirft – eine Welt, die sehr viel bunter und diverser ist, als sie es damals tatsächlich war. Das macht das sogenannte „Colorblind Casting“ möglich: erst Regé-Jean Page und Simone Ashley als adelige „Love Interests“, nun die ostasiatische Schauspielerin Yerin Ha in der Hauptrolle. Das mag zunächst irritieren, wirkt aber auch wie eine kleine Wiedergutmachung für eine Vergangenheit, die in Wahrheit ganz anders aussah. Und für eine Gegenwart, in der People of Color in solchen Hauptrollen weiterhin unterrepräsentiert sind.

„Interessant“, findet Yerin Ha in einem Interview mit dem britischen Radiosender „Hits Radio“ (externer Link), „dass die Leute das für so eine große Sache halten, denn es ist unsere Existenz. Es ist eine Akzeptanz unserer Existenz.“ Genauso sieht es auch Shonda Rhimes, amerikanische TV-Produzentin und Mastermind hinter „Bridgerton“. Ihr, als schwarze Frau, sei es wichtig, „dass Menschen, die so aussehen wie ich, in die Diskussion einbezogen werden“, sagte sie der britischen Harper’s Bazaar (externer Link). In „Bridgerton“ wirkt dieses Bestreben zuweilen plump, plakativ und programmatisch, doch es folgt guten Absichten.

Die Story braucht ein dringendes Update

Das eigentliche Problem liegt woanders: So gut die Mission dieses Projekts auch ist, stellt sich nach vier Staffeln endgültig die Frage, warum die Serie noch immer am eindimensionalen „verliebt–verlobt–verheiratet“-Muster der Romane festhält. Zumal sie sich davon schon mehrfach gelöst hat?

Warum nicht zur Abwechslung mal das obligatorische Happy End anders erzählen? Gerade die Figur Benedicts, die zur sanften Rebellion neigt, böte dafür die ideale Fläche. Die Geschichte braucht etwas Unerwartetes, ein Update – sonst wird es allmählich zu durchschaubar, langweilig. Doch, wer weiß: Vielleicht kommt er noch, der Plot-Twist – für Benedict und seine Sophie. Ob das so ist, werden wir sehen, wenn die zweite Hälfte der Staffel am 26. Februar auf Netflix startet. Die ersten vier Folgen sind schon jetzt verfügbar.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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