„Es ist uns wirklich eine Ehre, Werke dieses unglaublichen Künstlers als erster Ausstellungsort in Bayern exklusiv anbieten zu dürfen.“ Das sagt Stephan Zipfel, Kurator der Kunsthalle Kloster Banz, kurz vor der ersten Öffnung der Ausstellung „Introducing Johnny Depp“ am Sonntag. Bis eine Woche zuvor waren die Werke des Schauspielers und Musikers im baden-württembergischen Emmendingen zu sehen – zum ersten Mal in Deutschland. Johnny Depp war weder in Emmendingen anwesend, noch wird er es in Kloster Banz sein: Er dreht derzeit in London.
Malerei zwischen Verspieltheit und Lust
Johnny Depp malt bereits seit seiner Jugend. Der Öffentlichkeit hat der 63-Jährige seine Werke aber erst im Jahr 2022 präsentiert. Mittlerweile seien sie auf dem zeitgenössischen Kunstmarkt etabliert und begehrt, so Kurator Stephan Zipfel. Depps Stil beschreibt die Emmendinger Queens-Galerie, die ihn in Deutschland vertritt, als Wechselspiel zwischen Hell und Dunkel, Schwere und Leichtigkeit. Dies sei charakteristisch für sein Werk und biete sowohl emotionale Tiefe als auch Verspieltheit. Seine Pinselführung sei selbstbewusst und direkt. Es gebe keine Leinwandgrundierung, keine Vorbereitung, keine Vorurteile: „Johnny Depp beginnt, wenn ihn die Lust dazu überkommt, und gibt sich ganz dem Prozess hin.“
Elefanten, Stars und eine Hommage an Dior
In der Kunsthalle Kloster Banz werden unter anderem Selbstporträts des Amerikaners gezeigt, aber auch Porträts von Menschen, die ihn stark beeinflusst haben. Die limitierte Edition „Five“ nimmt eine sehr persönliche Ebene auf, heißt es in der Mitteilung der Kunsthalle: Sie fängt demnach die emotionale Erschöpfung ein, die Johnny Depp 2021 empfand, kurz bevor er in das fünfte Jahr einer schwierigen Lebensphase eintrat. Als Zeichen für diesen Moment integrierte er eine markante „Tally Mark“ (deutsch: Strichliste). Grundlage ist ein Standbild aus einem Shooting für das Parfum „Sauvage“ von Dior. Johnny Depp wählte dieses Motiv als Hommage an Dior und deren Loyalität: Im Jahr 2022 standen Depp und seine Ex-Partnerin Amber Heard in den USA in einem Verleumdungsprozess vor Gericht – ein Tiefpunkt im Leben des Darstellers von Kapitän „Jack Sparrow“ im Film „Fluch der Karibik“. Depp gewann den Prozess größtenteils, aber nicht vollständig – beide Seiten erhielten Schadenersatz, bevor sie sich später auf einen Vergleich einigten.
„Bunnyman“ in alten Mauern
Ein weiteres zentrales Motiv in Depps Bildern ist die Figur des „Bunnyman“, einem hasenartigen Mann ohne Gesicht, der Johnny Depp mehrfach im Traum begegnet sein soll. Diese Figur wird in einer kühnen Serie als Symbol und Ikone seiner Fantasie in immer neuen Traumlandschaften inszeniert.
„Wenn das Werk auch nur bei einer einzigen Person Anklang findet, hat diese Kunst einen Sinn.“ Johnny Depp
Die Kunsthalle befindet sich in der erstmalig im Jahr 1070 erwähnten ehemaligen Benediktinerabtei in Bad Staffelstein. Kurator Stephan Zipfel hat in den letzten Jahren in Kloster Banz bereits Ausstellungen von außergewöhnlichen Künstlern wie Bob Dylan, James Francis Gill, Todd Williamson oder Dan Pyle kuratiert.
„Introducing Johnny Depp“ ist bis zum 7. Juni von Freitag bis Sonntag von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren zahlen acht Euro Eintritt. Eine Anmeldung auf der Internetseite der Kunsthalle Banz (externer Link) ist Voraussetzung für den Besuch.

