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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Reale Negativ-Trends“: Wie lange kann Putin noch durchhalten?
Kultur

„Reale Negativ-Trends“: Wie lange kann Putin noch durchhalten?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 2. März 2026 17:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Manchmal hilft Satire. Der kremlkritische russische Politologe Andrei Nikulin zitierte kürzlich den berühmten österreichischen Publizisten und Medienkritiker Karl Kraus (1874 – 1936), um Russlands aktuelle wirtschaftliche Lage zu beschreiben [externer Link]: „Krieg ist zuerst die Hoffnung, dass es einem besser gehen wird, hierauf die Erwartung, dass es dem andern schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, dass es dem andern auch nicht besser geht, und hernach die Überraschung, dass es beiden schlechter geht.“

Inhaltsübersicht
„Putin kann Krieg jahrelang fortsetzen“„Russland hat der Welt wenig zu bieten“

Was Putins Möglichkeiten betrifft, den Krieg langfristig zu finanzieren, gehen die Meinungen der Experten derzeit bemerkenswert weit auseinander. So argumentierte Dmitri Nekrassow, Direktor des Europäischen Zentrums für Analyse und Strategien (CASE), das auf Zypern residiert, die Wahrscheinlichkeit, dass Putin aus wirtschaftlichen Gründen kurzfristig einlenken müsse, sei aufgrund üppiger Kriegskredite „verschwindend gering“ [externer Link]. Eine schwerwiegende Konjunktur- und Vertrauenskrise sei in den kommenden fünf Jahren ein „höchst unwahrscheinliches Ereignis“.

„Putin kann Krieg jahrelang fortsetzen“

Das nüchterne Fazit von Nekrassow: „Hätte Putin die Kosten bedacht, hätte er den Krieg nicht begonnen, und es ist unwahrscheinlich, dass weitere Kriegsjahre der russischen Wirtschaft mehr Schaden zufügen als die ersten. Es ist befremdlich anzunehmen, dass Putin, nachdem er bereits solche Verluste erlitten hat, vor weitaus geringeren Kosten zurückschrecken und Ziele aufgeben wird, die nur ihm selbst klar sind.“

Der Experte warnte davor, schlechte Nachrichten über den Zustand russischer Unternehmen überzubewerten: „Es gibt viele sehr reale Negativ-Trends, deren Existenz außer Zweifel steht. All diese Fragen sind jedoch letztlich nur für diejenigen von Bedeutung, die in Russland leben. Sie mit westlichen oder ukrainischen Zuhörern zu diskutieren, ohne nachdrücklich zu betonen, dass sie keinerlei Einfluss auf Putins Fähigkeit haben, den Krieg noch jahrelang fortzusetzen, bedeutet, falsche Hoffnungen zu schüren.“

„Russland hat der Welt wenig zu bieten“

Der kremlkritische Publizist Wladislaw Inosemtsew schloss sich dieser Sichtweise ausdrücklich an [externer Link]: „Es wird bewusst (und fälschlicherweise) darauf gesetzt, die Kräfte einer Seite zu erschöpfen, was in den kommenden Jahren nicht gelingen wird.“ Es gebe ein „relatives Kräftegleichgewicht“ zwischen Russland und dem Westen. Der Verhandlungsprozess könne durchaus Jahrzehnte andauern und der Krieg zur neuen „Normalität“ in Europa werden.

Ganz anders der Wirtschaftsfachmann Igor Lipsitz in seiner aktuellen Bestandsaufnahme [externer Link]: „Russland steht meiner Ansicht nach nun an einem Scheideweg. Entweder es versucht, den Krieg zu beenden und die Wirtschaft wiederaufzubauen, um den in den letzten 25 Jahren entwickelten Lebensstandard zu bewahren. Oder es muss zu einem Regime des eingeschränkten Konsums übergehen, praktisch zu einem Arbeitslager werden wie in Nordkorea.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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