Wenn am Sonntag der Franken-Tatort „Gottesgarten“ läuft, dann bekommt das Publikum ein neues Gesicht zu sehen: Rosalie Thomass wird zum ersten Mal an der Seite von Fabian Hinrichs alias Felix Voss ermitteln. An das Tatort-Label muss sich die Schauspielerin, die man etwa aus der Rosenmüller-Trilogie „Beste Zeit“, „Beste Gegend“ und „Beste Chance“, den „Känguru-Chroniken“ oder ganz aktuell aus „Lügen über meine Mutter“ kennt, allerdings erst noch gewöhnen, wie sie im Interview mit dem BR erzählt. „Aber ich glaube, es ist okay, da erstmal reinzuwachsen.“
Der zwölfte Tatort aus Nürnberg
„Gottesgarten“ ist der insgesamt zwölfte „Tatort“ aus Nürnberg und der erste Fall des neuen Teams nach dem Abgang von Dagmar Manzel als Kommissarin Paula Ringelhahn im Jahr 2024. Dass sie schon in ein bestehendes Setting dazustößt, sei für die 39-Jährige kein Problem gewesen. Im Gegenteil: Ihr habe es gutgetan, schon einen Rahmen vorgefunden zu haben. „Ich musste ja gar nicht in den luftleeren Raum denken, sondern es gab ja schon so ein Umfeld. Und irgendwie hatte ich das Gefühl, ich kann dann noch so ein Gewürz dazugeben und das ist jetzt meine Figur.“ Während der Dreharbeiten habe sie daher nie das Gefühl gehabt, sie sei die Neue. „Ich habe mich sehr willkommen gefühlt und hatte das Gefühl, ich bin da schon ganz lange.“
Ihre Figur der Emmy Rathgeber hat Thomass selbst mitentwickelt. Dabei sei ihr wichtig gewesen, „dass sie warm und empathisch ist und dass wir eine Ermittlerin erzielen, die nicht abgebrüht ist, obwohl sie so viel in menschliche Abgründe guckt“. Zudem sollte ihre Kommissarin eine Frau sein, „die nicht selbst ihre Kompetenz immer infrage stellt, weil das was ist, was ich schon so oft gesehen habe und auch schon so oft spielen musste und was ich im Umfeld gar nicht so erlebe“.
Film über die lebenslangen Folgen sexuellen Missbrauchs
Im „Tatort: Gottesgarten“ wird ein junger Callboy tot aufgefunden. Der Fall führt die Kommissare auf die Spur eines Freundes-Trio – dabei geht es auch um die lebenslangen Folgen sexuellen Missbrauchs. Was Thomass‘ thematisch an dieser Geschichte besonders interessiert habe, sei, „dass es um eine in der Vergangenheit liegende Tat geht, die heute zwar beweisbar ist“, wofür man den Täter heute aber nicht nochmal verurteilen könne. Das sei eine „rechtsmoralische Frage, die mich auch echt umtreibt seitdem“.
Auf das Ergebnis sei sie sehr stolz. Insofern ist es natürlich klar, was sie am Sonntag um 20.15 Uhr macht: „Na, ich kuck den Film mit meinen Freundinnen und Freunden.“

