Zehntausende Menschen zwischen Olympiasee und Olympiaturm, volles Publikum vor den Bühnen am Sonntag und eine entspannte Atmosphäre auf dem gesamten Gelände: Das Superbloom hat seine wohl größte Herausforderung seit der Premiere 2022 gemeistert. Wegen der Sanierung des Olympiastadions musste Münchens größtes Popfestival sein Konzept grundlegend umbauen. Nach zwei Tagen fällt die Bilanz positiv aus.
Weniger Stadion, mehr Olympiapark
Die Veränderungen waren schon beim Betreten des Geländes sichtbar. Dort, wo sonst das Olympiastadion den Mittelpunkt des Festivals bildet, bestimmten Bauzäune und Kräne das Bild. Die neue zentrale Bühne stand stattdessen auf dem Hans-Jochen-Vogel-Platz, weitere Bühnen verteilten sich rund um den Olympiasee. Das Superbloom setzte erstmals vollständig auf Flächen im Olympiapark.
Dadurch veränderte sich auch das Festivalerlebnis. Die Wege wurden kürzer, viele Bereiche wirkten offener und übersichtlicher. Anders als in den vergangenen Jahren entstanden kaum Engstellen. Gleichzeitig fehlte manchen Besuchern die besondere Kulisse des Olympiastadions, die das Superbloom seit seiner Gründung geprägt hatte.
Musik bleibt das wichtigste Argument
Entscheidend für den Erfolg eines Festivals ist am Ende jedoch weniger die Lage der Bühnen als das Programm. Und hier konnte das Superbloom weiterhin mit großen Namen punkten. Am Wochenende sorgten unter anderem Nico Santos, SDP, Zartmann, Berq und Ikkimel für volle Plätze vor den Bühnen. Besonders Zartmann bestätigte seinen Aufstieg zu einem der gefragtesten deutschen Pop-Acts. Die Berliner Band SDP wiederum zeigte mit aufwendiger Bühnenshow, Pyrotechnik und zahlreichen Hits, warum sie seit Jahren zu den verlässlichsten Festival-Headlinern zählt.
Auch abseits der größten Bühnen gab es Entdeckungen. Auf den kleineren Areas sammelten sich die Fans vor Newcomern wie Jolle oder Magda. Gleichzeitig blieb die musikalische Mischung eines der Markenzeichen des Festivals: Pop traf auf Indie, Hip-Hop auf elektronische Musik.
Mehr als nur Konzerte
Zum Konzept des Superblooms gehören seit jeher nicht nur Live-Auftritte. Auch in diesem Jahr setzten die Veranstalter auf Workshops, Talks, Mitmachangebote und Erlebnisflächen. Zwischen den Konzerten besuchten viele Gäste Angebote zu Nachhaltigkeit, Mental Health oder neuen Technologien. Andere entspannten in den Lounge-Bereichen am Olympiasee oder nahmen an Workshops teil. Gerade diese Kombination aus Musikfestival und Erlebniswelt unterscheidet das Superbloom von vielen anderen Veranstaltungen.
Das Konzept ging auch auf dem verkleinerten Gelände auf. Die verschiedenen Bereiche lagen näher beieinander und wurden sichtbar stärker genutzt als in den vergangenen Jahren.
Absagen und schwächerer Samstag
Ganz ohne Probleme verlief das Festival allerdings nicht. Bereits Wochen vor Beginn waren die geplanten Auftritte von Ayliva, Paul Kalkbrenner und weiteren Künstlern abgesagt worden. Für manche Fans war das ein spürbarer Verlust, schließlich gehörten sie zu den bekanntesten Namen des ursprünglich angekündigten Programms.
Auch bei den Besucherzahlen zeigte sich ein gemischtes Bild. Während die Veranstalter für den Samstag rund 10.000 Gäste erwarteten, war das Gelände zeitweise deutlich weniger gefüllt als in den Vorjahren. Erst am Sonntag entstand vor den Hauptbühnen die typische Festivaldichte. Die zusätzliche Aufteilung auf mehrere Konzerttage dürfte dabei eine Rolle gespielt haben.
Zum ersten Mal setzt sich das Superbloom aus den „Experience Days“ und drei zusätzlichen Konzertabenden unter der Woche zusammen. Die „Experience Days“ sind der Samstag und der Sonntag, die einem klassischen Festivalerlebnis nachkommen. Die Konzertabende von Montag bis Mittwoch bestehen immer aus zwei bis drei Künstlern.
Die größte Bewährungsprobe bestanden
Ob das Superbloom langfristig ohne das Olympiastadion funktionieren kann, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Das diesjährige Festivalwochenende hat jedoch gezeigt, dass die Veranstaltung auch unter schwierigen Bedingungen ihr Publikum erreicht.
Trotz Baustelle, abgesagter Shows und eines komplett neuen Aufbaus blieb das Grundprinzip erhalten: internationale Popstars, junge Trend-Acts und ein Festivalgelände, das mehr sein will als nur eine Ansammlung von Konzertbühnen.

