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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Wie aus der „dummen Blondine“ Paris Hilton eine Aktivistin wurde
Kultur

Wie aus der „dummen Blondine“ Paris Hilton eine Aktivistin wurde

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 5. Juli 2026 11:47
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Dumm und blond – das war Paris Hilton in den 2000er-Jahren für die meisten, die ihr in den Medien nicht entkommen konnten. Mit ihrer hohen Stimme, ihren pinken Glitzer-Outfits, ihrer naiven Art und ihrem inflationär benutzten Ausdruck „That’s hot!“ war sie in der Klatschpresse omnipräsent. Ihren Ruf schien sie damals mit stolz zu tragen.

Inhaltsübersicht
Paris Hilton war die erste Influencerin„Ich wurde missbraucht“Die „neue“ Paris spricht über PTBSFür mehr Schutz für Minderjährige und Opfer von Deepfakes

Vielleicht wirken die Bilder aus dem Jetzt deswegen oft noch etwas surreal – wie von Anfang des Jahres, als dieselbe Paris Hilton vor dem UN-Kongress in Washington neben der demokratischen Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez steht und als Aktivistin mit tiefer Stimme über die Ausmaße KI-generierter Bilder in Form von Deepfakes aufklärt und stärkere Rechte für die Oper fordert.

Paris Hilton war die erste Influencerin

Paris Hilton wurde in den 2000er-Jahren zum It-Girl, war – wenn man es so beschreiben möchte – die allererste Influencerin der Welt. Sogar ein deutsches Online-Branchenbuch mit Sitz in München machte sie temporär zum Gesicht seiner Marke. Wer Paris Hilton buchte, kaufte sich eine mediale Präsenz ein. Die Paparazzi waren besessen von dem Partygirl, das 2006 eines der meistgesuchtesten Menschen auf Google war. Dabei konnten sich viele nicht einmal erklären, wofür sie überhaupt so berühmt ist, dieses „Blödchen“ und „Püppchen“, wie in der Presse oft über sie gesprochen wurde.

„Ich wurde missbraucht“

Aber da war auch noch die Sache mit dem Video. Ein Ex-Partner veröffentlichte gegen ihren Willen ein gemeinsam gedrehtes Sextape. Heute sagt Paris Hilton, dass sie missbraucht worden sei. Aber damals hätten ihr die Begriffe dafür gefehlt.

Die Öffentlichkeit stellte sich gegen sie. Natürlich passiert das der „dummen Blondine“ – so der Tenor. Und Paris Hilton machte das vielleicht einzig Richtige aus der Situation: Sie baute sich mit ihrem Image ein Multimillionen-Imperium auf, wurde zur Königin der Selbstvermarktung. Aber die Erfahrungen aus ihrer Jugend und den 2000er-Jahren ließen sie auch Jahrzehnte später nicht los. Also brach sie 2020 ihr Schweigen.

Die „neue“ Paris spricht über PTBS

In ihrer Dokumentation „This Is Paris“ spricht sie zum ersten Mal darüber, dass das Image der „dummen Blondine“ nur eine Schutzhülle war. Seit sie 17 ist, leide sie an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Ihre Eltern seien mit der Teenie-Paris nicht klar gekommen. Die an ADHS leidende Jugendliche sei unruhig gewesen, habe sich in der Schule nicht konzentrieren können, habe sich nachts aus ihrem Zimmer geschlichen, um auf Partys zu tanzen. Aber ADHS, damit konnte damals kaum jemand was anfangen.

Also schickten sie ihre Eltern auf ein Internat in Utah, das auf schwer erziehbare Jugendliche spezialisiert war. Ein Ort, an dem Paris psychisch und physisch missbraucht worden sein soll. So schlimm, dass sie nach ihrer Rückkehr eine Barbie-hafte Figur um sich schaffte. Denn bei Barbie, da sehe ja auch alles immer perfekt aus, wie sie in Interviews erzählt. Auf der Suche nach Geborgenheit und Liebe habe sie mehrmals aggressive und gewalttätige Partner gefunden – wie den besagten Ex-Partner, der das Sextape veröffentlichte. Also habe sie ihr Trauma jahrelang für sich behalten.

Für mehr Schutz für Minderjährige und Opfer von Deepfakes

Heute ist die 45-Jährige verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Pink liebt sie immer noch und vieles ist auch immer noch „so hot!“. Aber sie nutzt ihre Reichweichte und ihre Erfahrungen, um Aufklärungsarbeit zu leisten. Sie bezeichnet ADHS als ihre „Superpower“ und will dafür sensibilisieren. Erst vor wenigen Wochen reiste sie erneut nach Utah und forderte die Schließung des Internats, auf dem sie war. Sie setzt sich für Schutzgesetze für Minderjährige ein und fordert strengere Maßnahmen gegen KI-Deepfakes – ein Thema, das spätestens mit Collien Fernandes auch in Deutschland breit besprochen wird. Ihre Selbstvermarktung hat sie dabei nie abgelegt. Alles wird für ihre sozialen Netzwerke festgehalten. Die „neue“ Paris bleibt der „alten“ also doch auch noch treu.

Wieso Paris Hilton überhaupt nach Jahrzehnten ihr Schweigen um ihr Trauma bricht, hat sich das BR-Youtube-Format „Pop Secret Stories“ genauer anschaut.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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