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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Drohendes Subventions-Aus: Lohnt sich die Solaranlage noch?
Wirtschaft

Drohendes Subventions-Aus: Lohnt sich die Solaranlage noch?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 17. September 2025 10:49
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Wie läuft die Energiewende – und wie kann sie sinnvoll umgesetzt werden? Diese beiden Kernfragen stellt der Monitoringbericht [externer Link], den Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Montag vorgestellt hat. Betrachtet wurde der komplette Strommarkt.

Inhaltsübersicht
Ab wann ändert sich was? Und für wen?Gibt es künftig noch Einspeisevergütung für private Solaranlagen?Lohnt sich eine Solaranlage noch, wenn die Einspeisevergütung entfällt?Wieso macht die Ministerin das?

Ein Player von vielen darin sind die privaten Haushalte. Wie genau sie von den Optimierungsgedanken betroffen sind, dazu gibt es bislang wenig Konkretes. Was aber schon durchgesickert ist: Die Einspeisevergütung für privat produzierten Solarstrom soll es künftig nicht mehr geben. Aber lohnt sich eine Solaranlage dann überhaupt noch? BR24 gibt die wichtigsten Antworten.

Ab wann ändert sich was? Und für wen?

Für alle, die aktuell über eine neue Solaranlage nachdenken: Alles, was das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) in seinem Monitoringbericht festhält, sind bislang nur Vorschläge. Konkrete politische Handlungen dürften daraus erst im Laufe des Jahres folgen. Es bleibt also noch etwas Bedenkzeit. Und: Die Befreiung von der Mehrwertsteuer bleibt erhalten, also immerhin eine de facto-Förderung von 19 Prozent, wie BR24 auf Nachfrage beim BMWE erfahren hat.

Und für alle, die bereits eine Solaranlage auf dem Dach haben und jetzt um ihre Einspeisevergütung fürchten: Es gilt der Bestandsschutz. Geschlossene Verträge zu Einspeisevergütungen möchte die Ministerin nicht anrühren.

Gibt es künftig noch Einspeisevergütung für private Solaranlagen?

Sollte die Wirtschaftsministerin ihre Pläne durchsetzen können, wird es die Einspeisevergütung in ihrer jetzigen Form nicht mehr geben. Stattdessen sollen private Produzenten ihren Strom auf dem Markt anbieten und verkaufen müssen – ein Modell, das bereits heute mit den dynamischen Stromtarifen umgesetzt wird.

Dafür aber müssten an viel mehr Solaranlagen eine Steuerbox und ein Smartmeter angeschlossen sein. Nur mit diesen Geräten kann die Stromproduktion getrackt und zum richtigen Zeitpunkt möglichst gewinnbringend verkauft werden.

Der Energieberater der Verbraucherzentrale Bayern, Alexander Beer, hofft, dass die Bundeswirtschaftsministerin an diesem Punkt ansetzt. Sein Vorschlag im Interview mit BR24: „Man könnte die Förderung umschichten und statt der Einspeisevergütung die Anschaffung von Smartmetern mehr fördern.“ Angesichts von nicht mal drei Prozent der deutschen Haushalte, die laut dem Monitoring ein Smartmeter haben, eine zielführende Überlegung.

Lohnt sich eine Solaranlage noch, wenn die Einspeisevergütung entfällt?

In der Regel sagt man, dass eine Solaranlage sich nach etwa zehn Jahren amortisiert hat – nach der alten Rechnung mit Einspeisevergütung. Aber die Einspeisevergütung sinkt schon seit Jahren, immer halbjährlich um ein Prozent. Deshalb werden schon seit Langem die Batteriespeicher immer wichtiger. Denn wer Sonnenstrom produziert und ihn bei sich daheim speichert, hat länger etwas davon. Allerdings sind die Batterien in der Anschaffung teuer, mit 4.000 für die kleinen und bis zu 12.000 Euro Zusatzkosten für die großen müssen Verbraucherinnen und Verbraucher rechnen.

„Entsprechend dürfte sich die Amortisationszeit einer Solaranlage durchaus verlängern“, prognostiziert Energieberater Beer. Bis eine Solaranlage mit der Stromproduktion die Kosten ausgleicht, die sie bei der Anschaffung verursacht hat, könnte es dann etwa 15 Jahre dauern. Um diese Streckung abzudämpfen, könne man auch hier über eine zusätzliche finanzielle Förderung nachdenken, findet Beer. Das BMWE hält das auf BR24-Anfrage jedoch für „nicht erforderlich“.

Wieso macht die Ministerin das?

In dem Monitoring wird klar: Künftig werden viel größere Solaranlagen gefördert. Solche, die auf freien Feldern stehen und nicht in Wohngebieten. Die seien in der Anschaffung ungleich günstiger und noch dazu könnten sie besser gesteuert werden. Privathaushalte dagegen sollen sich nach Möglichkeit selbst versorgen und das öffentliche Stromnetz so wenig wie möglich belasten.

Kurzum: Die Produktion und Versorgung mit erneuerbaren Energien wird für Privathaushalte künftig etwas anders aussehen als zurzeit. Aber wie genau, das ist jetzt erst mal zur Verhandlung freigegeben.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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