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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Preissprung droht: Deutschlandticket könnte bald 64 Euro kosten
Wirtschaft

Preissprung droht: Deutschlandticket könnte bald 64 Euro kosten

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 16. September 2025 16:54
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Beim Deutschlandticket droht im kommenden Jahr erneut eine Preiserhöhung. Dem Vernehmen nach könnten die Nutzer im kommenden Jahr 62 bis 64 Euro pro Monat zahlen müssen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur im Vorfeld der Sonderverkehrsministerkonferenz aus Verhandlerkreisen. Zu Jahresbeginn war der Preis von 49 Euro auf 58 gestiegen. Zuerst hatte der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf eine Beschlussvorlage über die Preiserhöhung berichtet. Nach dpa-Informationen sind in der aktuellen Fassung des Papiers aber keine Preise genannt.

Inhaltsübersicht
Unionsländer wohl für Erhöhung auf 64 EuroBund und Länder müssen Verkehrsunternehmen entlastenLaut Koalitionsvertrag soll der Preis vorerst stabil bleibenSozialverband warnt: „Positiven Effekt nicht verpuffen lassen“

Unionsländer wohl für Erhöhung auf 64 Euro

Am Donnerstag sollen die seit Monaten stockenden Verhandlungen zur künftigen Finanzierung des bundesweit gültigen Deutschlandtickets im Nahverkehr in München weitergehen. Bundesminister Patrick Schnieder (CDU) wird aber nicht daran teilnehmen, da er wegen der Haushaltswoche in Berlin gebunden ist. Die Länder wollen bei der Konferenz ihren Vorschlag zur Finanzierung vorlegen.

Wie die dpa weiter erfuhr, verhandeln die Länder aktuell über den konkreten Betrag. Aus Länderkreisen hieß es, bei 62 Euro sei das Ticket nicht mehr unterfinanziert – falls Bund und Länder sich nicht darauf einigen könnten, wie erwartete Mehrkosten gedeckt werden können. Aus Unions-Ländern hieß es, dass sie eine Erhöhung auf 64 Euro präferierten.

Bund und Länder müssen Verkehrsunternehmen entlasten

Knackpunkt bei den Verhandlungen ist die Frage, wie erwartete Mehrkosten bei Verkehrsunternehmen ausgeglichen werden sollen – über die drei Milliarden Euro pro Jahr hinaus, die Bund und Länder bisher zusammen bereitstellen und auch für das kommende Jahr geben wollen. Das Deutschlandticket ist im Vergleich zu bisherigen Abos günstiger, das sorgt für Einnahmeausfälle.

Branchenverbände wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen sowie der Städtetag sprechen von einer absehbaren Finanzierungslücke. Diskutiert wird zwischen Bund und Ländern seit längerem ein fester Mechanismus zur Preisentwicklung beim Deutschlandticket.

Laut Koalitionsvertrag soll der Preis vorerst stabil bleiben

Die schwarz-rote Koalition im Bund hatte kürzlich Gesetzespläne in den Bundestag eingebracht, um die bisher nur bis Jahresende geregelte Finanzierung auch für 2026 zu sichern. Nach dem Entwurf will sich der Bund im kommenden Jahr weiter mit 1,5 Milliarden Euro an der Finanzierung beteiligen. Unklar bleibt aber, wie erwartete Mehrkosten von Bund und Ländern ausgeglichen werden sollen. Bund und Länder aber verweisen auf knappe Kassen.

Aus dem Koalitionsvertrag von Union und SPD geht eigentlich hervor, dass der Preis erst einmal stabil bleiben soll. Ab 2029 soll der Anteil der Nutzerfinanzierung „schrittweise und sozialverträglich“ erhöht werden. Nach Branchenangaben setzt sich die Finanzierung des Tickets bisher aus den Fahrgeldeinnahmen und den Ausgleichsleistungen des Bundes und der Länder jeweils hälftig zusammen.

Sozialverband warnt: „Positiven Effekt nicht verpuffen lassen“

Der Sozialverband Deutschland kritisierte die drohende Erhöhung des Deutschlandtickets. „Es wäre für die Mobilitätswende fatal, das Ticket derart zu verteuern, dass der positive Effekt, die Menschen vom Auto in Bus und Bahn umsteigen zu lassen, verpuffen würde“, sagte die Vorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Aus sozialer Sicht müsse jetzt von der Sonderverkehrsministerkonferenz am Donnerstag ein starkes Zeichen für bezahlbare und nachhaltige Mobilität ausgehen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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